Welche Dermokosmetika infrage kommen, muss der Betroffene austesten. Die Vorliebe für ein Präparat kann sich auch im Laufe der Therapie ändern. Nimmt zum Beispiel im Laufe einer Strahlentherapie der transepidermale Wasserverlust zu und die Sebumsekretion ab, wird vermutlich eine höher konzentrierte Zubereitung an Lipiden und Feuchthaltefaktoren als angenehmer empfunden.
Die Hautpflege sollte mit dem Radioonkologen abgesprochen werden. Wichtig: Das regelmäßige Fetten und Feuchten der Haut sollte zwischen den Bestrahlungssitzungen laufend erfolgen. Direkt vor den Sitzungen ist das Bestrahlungsareal dagegen nicht einzucremen.
Reinigung und Pflege der Haut müssen unter der Maßgabe erfolgen, die Hautmarkierungen, die der Radioonkologe für die gezielte Ausrichtung der Strahlung anbringt, nicht von der Haut abzuwischen. Vor einiger Zeit noch wurde Patienten oft geraten, die betroffene Körperregion nicht zu waschen. Eine solche Empfehlung gibt es heute nicht mehr. Am besten duscht man kurz mit lauwarmem Wasser, allenfalls milde Waschsyndets sind erlaubt. Beim Abtrocknen heißt es: abtupfen statt trocken rubbeln. Danach die Haut sofort eincremen.
Reagiert die Haut trotz optimaler Pflege irritiert, muss alles dafür getan werden, der Entzündung Einhalt zu gebieten. Es besteht zum Beispiel die Möglichkeit, mit kühlenden Umschlägen die Haut zu beruhigen oder mit hoch dosierten corticoidhaltigen Topika zwischen den Therapiesitzungen gegen die Entzündung vorzugehen, um sie für die nächste Einheit vorzubereiten. Die Gefahr atrophierter Haut ist bei einer kurzzeitigen lokalen Corticoidtherapie nicht gegeben.