| Verena Schmidt |
| 17.09.2026 15:00 Uhr |
Stefanie Lehmann kennt den oft belastenden Arbeitsalltag in der Apotheke: Die Feelgood-Trainerin hat selbst lange als PKA in Apotheken gearbeitet. / © Avoxa/Expopharm
Der Arbeitsalltag von Mitarbeitenden in der Apotheke bringt viele Herausforderungen mit sich: hohe Kundenfrequenz, permanente Unterbrechungen der Arbeit, Zeitdruck, Fachkräftemangel, Konfliktsituationen mit Kunden und steigende Bürokratie. Speziell PKA tragen Verantwortung für Warenwirtschaft und Lieferengpässe. All das könne die mentale Gesundheit der Mitarbeitenden beeinträchtigen, wie Stefanie Lehmann, Feelgood-Managerin und Inhaberin des Unternehmens »Zukunft-Mut« aus Berlin, in der PKAbase der Expopharm in München erklärte. Sie ist selbst PKA und hat mehr als 20 Jahre in öffentlichen Apotheken in Berlin gearbeitet.
Lehmann hat auch eine Weiterbildung zur »Mental Health First Aid«, also zur mentalen Ersthelferin, gemacht. Dieses etablierte Programm hilft dabei, frühe Signale einer Gefährdung der mentalen Gesundheit zu erkennen und Hilfe anzubieten – »einfach ein vertrauensvoller Ansprechpartner zu sein«. Wichtig: Diagnosen werden nicht gestellt, die Ersthelfer ersetzen auch kein Fachpersonal.
Lehmann betonte, es sei wichtig, Veränderungen im Verhalten bei Kollegen, etwa Rückzug, Erschöpfung oder Reizbarkeit, wahrzunehmen und auch mal zu fragen: »Wie geht es dir wirklich?«. Auch auf die eigene mentale Gesundheit sollte jeder achten. Wesentliche Punkte seien hier:
Über Belastungen sollte man mit einer vertrauten Person sprechen und früh Hilfe suchen, riet Lehmann.
Was können nun Apotheken konkret tun, um die mentale Gesundheit der Mitarbeitenden zu unterstützen? Sofort umsetzbar sind Lehmann zufolge etwa regelmäßige Teamgespräche und ein fester Austausch über Belastungen. Anerkennung sollte sichtbar gemacht werden, und es sollten echte Pausen ermöglicht werden. Auch Vertretungsregelungen ließen sich in vielen Apotheken verbessern.
Ein mental gesundes Team sei schließlich auch ein Erfolgsfaktor, betonte Lehmann abschließend. »Es gibt weniger Fehlzeiten, weniger Fluktuation und eine höhere Arbeitszufriedenheit bei den Mitarbeitenden.« Bei der Arbeit würden zudem weniger Fehler gemacht. Eine Apotheke, die sich mit mentaler Gesundheit beschäftige, könne sich als attraktiver Arbeitgeber positionieren.