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So unterstützt KI im Apothekenalltag

Künstliche Intelligenz (KI) kann bestimmte Dinge besonders gut, andere wiederum nicht. Bei einem Webinar der Apothekerkammer Nordrhein erklärte Apotheker Morten Lehmann, bei welchen Aufgaben man in der Apotheke auf KI-Hilfe setzen kann und wo man besser vorsichtig sein sollte.
AutorKontaktVerena Schmidt
Datum 27.07.2026  08:00 Uhr

Das Thema KI ist nicht mehr wegzudenken: In einer Umfrage des Marktforschungsinstituts Bitkom Research aus dem vergangenen Jahr gaben bereits 45 Prozent von 1145 Befragten an, KI-Chatbots zu nutzen – und diese Zahl werde weiter steigen und die Bedeutung von KI im Alltag weiter zunehmen, prognostizierte Lehmann. »Es ändert sich in diesem Bereich sehr schnell sehr viel, aber die Grundlagen bleiben gleich.« Daher sei es wichtig, die Basics zu kennen, betonte der Experte.

»Künstliche Intelligenz ist die Fähigkeit einer Maschine, menschliche Fähigkeiten wie logisches Denken, Lernen, Planen und Kreativität zu imitieren«, zitierte Lehmann die Definition des Europäischen Parlaments. Wichtig sei hier der Begriff Imitieren, betonte er: »Die KI ist heute so eloquent, dass sie einem immer das Gefühl gibt, sie sei eine Person und wisse genau, was sie tut. Das trifft aber nicht immer zu.«

Wer KI-Tools nutzen will, muss sich unbedingt mit Datenschutz und Haftung beschäftigen. Für Apothekenmitarbeitende gelte, dass sie KI verantwortungsbewusst und ethisch einsetzen sollten, betonte der Experte. »Sachen, die man auch einfach googeln könnte, muss man nicht in das KI-Tool eingeben, da das sehr viel Energie verbraucht«, so der Apotheker.

So viel wie nötig, so wenig wie möglich

Besonders mit personenbezogenen Daten sollte man verantwortungsvoll umgehen, das heißt, Daten über sich selbst oder die Firma sollten so wenig wie möglich preisgegeben werden; im Zweifel arbeitet man besser mit Platzhaltern. Personenbezogene Daten von Dritten dürfen keinesfalls in KI-Tools eingegeben werden. »Das A und O: KI-generierte Inhalte sollten immer fachlich überprüft und kritisch hinterfragt werden«, warnte der Referent. Er empfahl daher, KI nur in Bereichen einzusetzen, die man selbst überblicken könne und in denen man das Ergebnis kontrollieren könne.

Bei Fotos und Grafiken gilt: »KI-generierte Bilder müssen auch als solche gekennzeichnet werden. Wenn Sie allerdings KI-generierte Texte redaktionell bearbeiten – Sie prüfen alles und formulieren um –, müssen Sie nicht angeben, dass Sie KI als Quelle verwendet haben.«

Das größte Problem bei der Nutzung von KI-Tools sind Lehmann zufolge Halluzinationen, also Inhalte, die realistisch erscheinen und von der KI überzeugend vorgetragen werden, aber falsch sind. Lehmann riet auch dazu, von der KI angegebene Quellen zu kontrollieren: Es komme vor, dass sich Inhalte überhaupt nicht in den Quellen wiederfinden. Wichtig: »Die KI kann nicht unterscheiden zwischen Korrelation, also Dingen, die zusammenhängen, und Kausalität – wenn es also eine Begründung gibt, warum die Dinge zusammenhängen.« Lehmanns Tipp, wenn die KI »festgefahren« ist und immer wieder falsch antwortet: Einen neuen Chat aufmachen und noch einmal die gleiche Frage stellen, da dann eine neue Recherche startet.

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