Dem Steinpilz auf der Spur: Sammler finden ihn in Nadel- und Mischwäldern, besonders unter Fichten, Kiefern, Buchen, Eichen und Birken. / © Getty Images/Ivan Marjanovic
Der Gemeine Steinpilz (Boletus edulis), auch Fichten-Steinpilz oder Herrenpilz genannt, blickt auf eine lange kulinarische Geschichte zurück. Bereits in der Antike waren Pilze geschätzte Lebensmittel. Der Gattungsname Boletus geht auf eine alte Bezeichnung für Speisepilze zurück, »edulis« bedeutet schlicht »essbar«. Seinen deutschen Namen verdankt der Steinpilz seinem besonders festen Fleisch. In Italien kennt man ihn als »Porcino« – dort gehört er bis heute zu den Klassikern der Herbstküche.
Steinpilze lassen sich nicht wie Champignons einfach auf Kultursubstrat anbauen. Sie leben als sogenannte Mykorrhizapilze in enger Gemeinschaft mit Bäumen. Dabei verbindet sich das unterirdische Pilzgeflecht mit den Feinwurzeln: Der Pilz erhält Kohlenhydrate, der Baum profitiert bei der Aufnahme von Wasser und Mineralstoffen. Häufig findet man Steinpilze bei Fichten, Buchen, Eichen, Kiefern oder Birken. Diese enge Lebensgemeinschaft ist auch ein Grund dafür, dass Steinpilze bis heute überwiegend aus Wildsammlung stammen.
Typisch sind ein kräftiger, oft bauchiger Stiel, ein brauner Hut und eine Röhrenschicht statt Lamellen auf der Hutunterseite. Bei jungen Exemplaren sind die Röhren zunächst weißlich, später werden sie gelblich bis olivgrün. Beim Gemeinen Steinpilz zeigt der obere Stiel meist eine feine, helle Netzzeichnung. Sein weißes Fleisch verfärbt sich nach dem Anschneiden gewöhnlich nicht blau.
Für Laien reichen einzelne Merkmale jedoch nicht zur sicheren Bestimmung. Gesammelt werden sollten daher nur Pilze, die zweifelsfrei zu erkennen sind. Im Zweifel helfen Pilzsachverständige oder Pilzberatungsstellen. Bestimmungs-Apps können unterstützen, ersetzen aber keine fachkundige Kontrolle. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) warnt regelmäßig vor teils schweren Vergiftungen durch falsch bestimmte Wildpilze.