| Caroline Wendt |
| 29.04.2026 16:00 Uhr |
Wenn der Gang zur Toilette zur Qual wird: Hämorrhoidalleiden können sehr schmerzhaft sein. / © Getty Images/: LuisPortugal
Was umgangssprachlich als Hämorrhoiden bezeichnet wird, ist eigentlich eine krankhafte Vergrößerung dergleichen. Denn Hämorrhoiden hat jeder Mensch: Das sind schwammartige Schwellkörper am Darmausgang, bestehend aus einem Arterien- und Venengeflecht. Diese Polster ermöglichen zusammen mit dem Schließmuskel den Feinverschluss des Afters und verhindern den Austritt von Gasen und Flüssigkeiten. Füllt sich der Enddarm, spannt sich der innere Schließmuskel an und unterbricht so den venösen Rückfluss aus den Hämorrhoiden. Diese schwellen dadurch an und sorgen so für die Feinabdichtung.
Bei einem Hämorrhoidalleiden kommt es zu einer dauerhaften, knotenförmigen Schwellung dieser Polster, was mit Brennen, Juckreiz, Nässen, Schmerzen und/oder Blutungen einhergeht. Die Ursachen hierfür sind vielfältig: Etwa eine ballaststoffarme Kost und zu wenig Bewegung begünstigen ein Hämorrhoidalleiden. Neben einer erblich bedingten Bindegewebsschwäche können Übergewicht, zu starkes Pressen beim Toilettengang oder jahrelanges schweres Heben zu einem Hämorrhoidalleiden führen. Aber auch der regelmäßige Gebrauch von Abführmitteln kann zu Problemen führen. Ist der Stuhl dauerhaft zu weich, muss sich der Schließmuskel beim Stuhlgang nicht mehr weiten, und die Hämorrhoiden können nicht mehr abschwellen.
Schwangere leiden aufgrund des Drucks, den das Gewicht des Kindes ausübt, oft unter hämorrhoidalen Beschwerden. Zudem haben sie hormonell bedingt ein schwächeres Bindegewebe. Kaffee, Alkohol oder scharfe Gewürze führen hingegen nur zu Beschwerden, wenn schon eine pathologische Veränderung des Gefäßpolsters vorliegt.
Bei einem Hämorrhoidalleiden Grad I sind häufig noch keine Symptome vorhanden. Die Beschwerden nehmen mit dem Schweregrad zu. Gleiten die Hämorrhoiden im weiteren Krankheitsverlauf nach außen, kommt es zu einer gestörten Feinkontinenz, kleine Mengen an Flüssigkeit, Schleim und Stuhl können Verunreinigungen in der Unterwäsche hinterlassen. Die Haut wird durch das austretende Sekret gereizt, sie brennt und juckt dadurch. Der Druck beim Toilettengang auf die Hämorrhoiden kann starke Schmerzen verursachen. Klemmt der Schließmuskel die Hämorrhoiden ein, verstärkt sich der Schmerz noch. Zusätzlich verursacht das Einklemmen ein Fremdkörpergefühl im Anus. Die Patienten deuten den dumpfen Druck oft als unvollständige Entleerung. Hier beginnt ein Teufelskreis: Die Betroffenen gehen immer wieder auf die Toilette und verursachen durch starkes Pressen eine vermehrte Blutansammlung in den Hämorrhoiden.
Meistens gehen Patienten erst zum Arzt, wenn sie starke Schmerzen verspüren. Wenn Kunden aufgrund einer Eigendiagnose in der Apotheke eine Hämorrhoiden-Creme verlangen, sollten PTA und Apotheker darauf hinweisen, dass diese ihre Beschwerden ärztlich abklären lassen. Helles Blut am Toilettenpapier ist nicht immer durch Hämorrhoiden verursacht, auch Brennen oder Jucken kann andere Ursachen haben. Etwa Analfissuren, Analthrombosen, Ekzeme, Pilzinfektionen oder Herpes müssen ausgeschlossen werden. Wenn das Blut dunkel ist, ist ein Arztbesuch dringend notwendig. Bereits geronnenes Blut kann ein Hinweis auf Darmpolypen oder kolorektale Tumoren sein. Auch ein plötzlich einsetzender, intensiver Schmerz sollte umgehend ärztlich abgeklärt werden.