PTA-Forum online Avoxa
instagram facebook

Was kann Hautpflege?
-
Kosmetiktrends im Faktencheck

Exo-Technologie, Collagen Banking und Layering-Methode: Das sind drei der derzeitigen Top-Schlagworte der Beauty-Industrie. Alles nur Schönfärberei altbekannter Pflegeroutinen oder gibt es sie wirklich – die Dermokosmetika, die gegen Fältchen, Flecken und Unreinheiten etwas auszurichten vermögen? Drei Haut-Experten ordnen ein. 
AutorKontaktElke Wolf
Datum 17.07.2026  16:00 Uhr

Exo-Booster, mit pflanzlichen Exosomen, basierend auf Exo-Technologie – auf immer mehr Cremetiegeln und Ampullenkuren taucht das Wörtchen »Exo« auf. »Tatsächlich sind Exosomen für die regenerative Medizin seit etwa zehn Jahren ein wichtiges Forschungsgebiet geworden. Sie spielen nämlich eine wichtige Rolle in der Signalübermittlung von Zelle zu Zelle«, ordnet Professor Dr. Rolf Daniels von der Universität Tübingen im Gespräch mit PTA-Forum den derzeitigen Trend ein.

Exosomen sind winzige, membranumhüllte Vesikel, die von menschlichen, pflanzlichen und tierischen Zellen freigesetzt werden. Als Träger bioaktiver Moleküle wie Wachstumsfaktoren, Proteine, Lipide oder MikroRNA dienen sie der Nachrichtenübermittlung von Zelle zu Zelle und koordinieren auf diese Weise biologische Prozesse mit. »Exosomen sind quasi Briefe mit einer konkreten Botschaft und Anweisungen, wonach Zellen miteinander kommunizieren«, veranschaulicht der pharmazeutische Technologe.

Genau hier liege ihr Potenzial für die Hautpflege, meint Daniels. »Über diesen Exosomen-Weg könnte es möglich sein, die Zellregeneration anzuregen, indem etwa Fibroblasten aktiviert werden, mehr Kollagen zu bilden. Einige MikroRNA wirken auch auf Mitochondrien, die Energielieferanten der Zellen, und könnten so Reparatur- und Wachstumsprozesse mit beeinflussen. Deshalb ist der Weg in die Anti-Aging-Medizin durchaus naheliegend.«

Immer mehr Hautpflegemarken integrieren Exosomen in ihre Zubereitungen. Woher stammen diese Signalkuriere, die in Cremes, Seren oder bei dermatologisch-ästhetischen Behandlungen eingesetzt werden? »Die in der Kosmetikindustrie typischerweise verwendeten Exosomen entnimmt man pflanzlichen Stammzellen oder mikrobiellen Quellen.« Bei Weleda kommen etwa Exosomen aus Tigergras zum Einsatz, bei Dermologica solche aus Kürbiskernen. »Da Stammzellen pluripotente Zellen sind, sind sie sehr ›kommunikativ‹ im Umgang mit anderen Zellen.« Produkte menschlichen Ursprungs sind nicht erlaubt beziehungsweise bleiben medizinischen Forschungszwecken vorbehalten.

Können Exosomen überhaupt in einer kosmetischen Darreichungsform etwas bewirken? Das sei der Knackpunkt, so der Apotheker. »Was im Labor plausibel und vielversprechend aussieht, ist klinisch bislang nicht belegt. Der Nachweis, ob Exosomen-haltige Topika durch die Haut penetrieren können, ist nicht erbracht.« Vorhandene Wirknachweise seien lediglich Ergebnisse von In-vitro-Versuchen - »dabei behindert keine Hornhaut den Exosomentransport.«

Der klinische Nachweis, ob Exosomen-haltige Topika durch die Haut penetrieren können, ist nicht erbracht.«
Professor Dr. Rolf Daniels, Tübingen

Um Exosomen dennoch möglichst tief in die Haut einzuschleusen – optimalerweise müsste es laut Daniels bis in die Dermis gehen, um Bindegewebsschichten ansprechen zu können – kombinieren dermatologische Arztpraxen entsprechende Formulierungen mit Microneedling. Bei diesen Gesichtsbehandlungen wird die Haut minimal durch feine Nadeln perforiert und anschließend mit Exosomen versorgt. »Dabei nutzt man zusätzlich den physikalischen Effekt: Durch die kleinen Wunden, die gesetzt werden, bildet sich ohnehin neues Gewebe.«

Kollagennetz stärken

Die Haut in ihrer eigenen Regenerationsfähigkeit zu unterstützen, ist auch die Idee hinter dem Schlagwort Collagen Banking. »Es beschreibt alle vorsorglichen Maßnahmen, um den Vorrat auf unserem Kollagen-Konto möglichst hochzuhalten – damit quasi unsere körpereigene Bank der Prozesse gegen Hautalterung gut gefüllt ist«, erklärt Professorin Dr. Christiane Bayerl von der Klinik für Dermatologie und Allergologie der Helios Kliniken Wiesbaden.

Kollagen – genau genommen gibt es unterschiedliche Kollagentypen – ist das wichtigste Strukturprotein unseres Körpers, das vielen Körperteilen ihre Festigkeit gibt. In der Haut sorgt Kollagen für die Zugfestigkeit des Bindegewebes. Spiralförmig aufgebaut und hauptsächlich aus den drei Aminosäuren Glycin, Lysin und Prolin bestehend, bildet es eine Art stützendes Gerüst.

Das Konto spart man am besten schon dann an, wenn die Zeichen des Abbaus noch nicht erkennbar sind; der Alterungsprozess der Haut setzt nämlich bereits in den Zwanzigern ein. »Ab Ende 20 nimmt die Anzahl der Fibroblasten – also die Bindegewebszellen, die das Stützprotein Kollagen bilden – ab. Dann verliert die Haut an Spannung und Elastizität. Beim Collagen Banking geht es darum, die noch aktiven Fibroblasten zu stimulieren, mehr Kollagen zu produzieren, um den sinkenden Kollagenspiegel auszugleichen«, so die Dermatologin, die sich auch in der Gesellschaft für Dermokosmetik engagiert.

Neben genetischen Faktoren wird dieser Prozess durch äußere Einflüsse wie Sonnenlicht, Rauchen und Umweltschadstoffe vorangetrieben. Dabei ist UV-Strahlung der wesentliche extrinsische Treiber für Hautalterung. »Wer deshalb konsequent Sonnenschutz betrieben hat, hat ein höheres Ausgangsniveau an körpereigenem Kollagen als die, die keine Vorsichtsmaßnahmen ergriffen haben«, betont die Hautexpertin die Bedeutung von konsequentem Sonnenschutz.

So geht safer sun

Was hält sie in diesem Zusammenhang von Tagescremes, die den Lichtschutzfaktor schon integriert haben? »Man könnte meinen, sie seien besser als gar nichts. Doch Achtung: Wenn der UV-A-Schutz nicht eigens ausgelobt ist – UVA in einem Kreis –, enthalten sie oft nur einen garantierten Schutz gegen UV-B-Strahlung. Damit erzielen sie nur einen Teilschutz gegen die gefährlichen Lichtstrahlen.« In der Tat: In der Europäischen Union garantiert dieses Siegel, dass der Schutz vor UV-A-Strahlen mindestens ein Drittel des angegebenen Lichtschutzfaktors beträgt. Bei einer Sonnencreme mit LSF 30 muss der Schutz vor UV-A-Strahlen also mindestens bei einem Wert von 10 liegen.

Ohne Sonnenschutz macht Anti-Aging-Pflege keinen Sinn.«
Professorin Dr. Christiane Bayerl, Wiesbaden

Zudem zeige die Erfahrung, dass LSF-haltige Tagescremes – eher noch als reine Sonnenschutzprodukte – oft zu dünn aufgetragen werden. Der ausgelobte Lichtschutzfaktor könne dann freilich nicht erreicht werden, so Bayerl. Nach aktuellem Kenntnisstand ist das gesamte Spektrum von UV-A-, UV-B- sowie hochenergetischer violetter Strahlung (HEV) bis zur Infrarot-A-Strahlung gefährlich und kann Hautschäden bewirken.

Zudem bemängelt die Dermatologin die zu niedrigen Lichtschutzfaktoren in Tagescremes von oft nur einem Wert von 10 oder 15. »Das reicht für einen Bürotag oder im Frühling bei geringem UV-Index, ist aber zumindest für den Urlaub oder in der Freizeit, wenn wir stärkerer Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind, zu wenig. Dann muss der Lichtschutzfaktor mindestens 50 betragen.«

Retinoide sind die Stars

Was sind nun die Top-Wirkstoffe, um Alterungsprozessen entgegenzuwirken? »Vitamin-A-Säure-(Tretinoin-)Präparate sind die am besten untersuchten und effektivsten Topika im Anti-Aging-Bereich. Es liegen histologisch kontrollierte Studien bei Männern und Frauen vor, die nachweisen, dass auch die in der Kosmetik verwendeten Vitamin-A-Säure-Derivate wie Retinol, Retinaldehyd und Retinylester die Kollagenbildung anregen, die Faltentiefe herabsetzen, die Verbindung zwischen Epidermis und Dermis verbessern und aufhellend wirken«, erläutert die Dermatologin.

Retinoide binden an spezifische Zellkernrezeptoren und geben dort Informationen weiter, die für die Differenzierungsregulation verantwortlich sind. »Die toten Schüppchen, die wir loswerden wollen, werden quasi abgeschält. Dadurch wirkt die Haut glatter und erscheint in einem gewissen Glanz wie frisch gepeelt. Doch dadurch, dass ein paar Zellschichten verloren gehen und Hornschuppen abgestoßen werden, steigt die Empfindlichkeit gegenüber UV-Strahlung. Am besten trägt man abends das Retinoid auf und morgens den Sonnenschutz. Das Meiden praller Sonne beziehungsweise ein ausreichender Lichtschutzfaktor ist deshalb essenziell. Ohne Sonnenschutz macht Anti-Aging-Pflege keinen Sinn«, rät sie.

Daneben lässt sich mit klassischen Radikalfängern – am besten untersucht ist die Ascorbinsäure – gut gegen die Zeichen der Zeit vorgehen. Ihre antioxidative Eigenschaft in Kombination mit der Fähigkeit, hemmend in die Bildung des Hautpigments Melanin einzugreifen und die Keratinozytenreifung zu stimulieren, macht die Ascorbinsäure zu dem Parademittel gegen Pigmentstörungen. Ein weiterer Grund für ihren Einsatz in der Anti-Aging-Kosmetik ist ihre anregende Wirkung auf die Kollagensynthese in der Lederhaut, wodurch sich zum Teil gar altersbedingte Bindegewebsschäden regenerieren lassen. Zudem hemmt Vitamin C kollagen- und elastinabbauende Enzyme. Laut Bayerl sind ab einer Konzentration von 5 Prozent aufhellende und aufbauende Effekte dokumentiert.

Aufgrund seiner leichten Oxidierbarkeit und damit Instabilität muss Vitamin C zuverlässig vor Licht und Sauerstoff geschützt werden, um sich nicht innerhalb kürzester Zeit nach dem Öffnen des Behältnisses zu zersetzen. Deshalb eignen sich für die empfindliche Ascorbinsäure nur dunkelfarbige Brechampullen oder für ein Serum luftdichte Pumpspender als Behältnisse. Mikroverkapselungen oder veresterte Formen verleihen der Ascorbinsäure-Formulierung zusätzlich Stabilität.

Lassen sich durch die Kombination verschiedener Wirkstoffgruppen bessere Effekte erzielen? »Ich bevorzuge Retinoide und Vitamin C topisch, wenn die Haut stabil ist. Bei empfindlicher Haut sind Ausweichsubstanzen angesagt. Dann geht zum Beispiel ab den Wechseljahren abends eine Estrogen-haltige Creme und morgens eine Peptid-Zubereitung plus Lichtschutz«, empfiehlt die Expertin. Denn Peptide, seit etwa zehn Jahren verstärkt auf dem Markt, seien »eine durchaus unterstützende Substanzgruppe im Anti-Aging-Bereich«.

Estrogene für die Haut

Ab den Wechseljahren bestehe laut Bayerl die effektive Option, mit Estrogen-haltigen Rezepturen gegen die atroph gewordene Haut im Gesicht vorzugehen. Diese werden nach ärztlicher Verordnung im Apothekenlabor hergestellt. »Rund um die Menopause helfen topische Estrogene sehr gut gegen oberflächliche Knitterfältchen, weniger gegen ›Erdanziehungsfalten‹ wie die im Nasolabialbereich. Histologische Untersuchungen zeigen, dass Estrogen-haltige Topika den Kollagenaufbau fördern, die Organisation von elastischen Fasern verbessern und die Talgdrüsensekretion an der Gesichtshaut anregen. Die Hautelastizität verbessert sich, Faltentiefe und Trockenheit nehmen ab – Voraussetzung ist, dass die Haut nur wenig UV-gealtert ist. Männer profitieren dagegen von topischen Estrogenen nicht.« Die kombinierte Verwendung von Retinoiden und Estrogen-haltigen Cremes wirke noch effektiver, weiß Bayerl.

Die Hormon-haltigen Rezepturen eignen sich nur für Frauen, die keine Hormonersatztherapie erhalten und sowohl selbst als auch in der Familienanamnese keine hormonellen Tumoren haben. Die Hautexpertin betont: »Voraussetzung ist, dass sich die Frau mit Hormonen in ihrer Hautpflege wohlfühlt. Das klären wir in der Sprechstunde ab.« Für Hyperpigmentierungen wie Melasmen sind die Hormon-Rezepturen nicht geeignet.

Hautbarriere unterstützen

Der mit den Jahren reduzierte Zellstoffwechsel ist der Grund, warum die Hautexpertin ab 40 zu einer »reichhaltigen« Pflege mit extra Lipidkomponente rät. Die Grundlage der Formulierung ist also nicht ganz unbedeutend. »Gut geeignet sind Wasser-in-Öl-Emulsionen oder lamellare Systeme mit Lipiden, die auch natürlicherweise in der Haut vorkommen und dem Wiederaufbau der epidermalen Barriere dienen.“«Als Lipidkomponente empfiehlt sie Phospholipide, Ceramide oder strukturverwandte Lipide, etwa aus Jojoba-, Weizenkeim- oder Traubenkernöl.

Stichpunkt Ceramide: Die Layering-Technik nach dem koreanischen Pflegeprinzip (Korean Beauty, K-Beauty, Glass Skin), bei der Schicht für Schicht die verschiedensten Wirkstoffe in den unterschiedlichsten Darreichungsformen aufgetragen werden, hat die Bedeutung dieser Substanzgruppe erst ins rechte Licht gerückt. Was macht Ceramide so besonders?

»Mit einem Anteil bis annähernd 60 Prozent stellen sie den Hauptanteil der interzellulären Lipide in der Hornschicht dar. Damit fungieren sie wie Kittsubstanzen oder Mörtel, der die Zellen zusammenhält.« Gemeinsam mit anderen Lipiden wie Cholesterol und Fettsäuren bilden sie eine lamellare Schicht. Weil zwischen den lamellaren Strukturen der interzellulären Lipide Wasser gebunden wird, steuern Ceramide wesentlich den Feuchtigkeitsgehalt der Haut. Sie halten die Haut weich und geschmeidig. Mit den Lebensjahren lässt allerdings die körpereigene Produktion nach.

Damit wird klar: Mangelt es dem Körper an Ceramiden, trocknet die Haut schneller aus, die Hautbarriere bröckelt. Feuchtigkeit kann dann leichter aus der Haut verdunsten und Umweltstoffe können durch die löchrige Barriere eindringen und Reizungen sowie allergische Reaktionen verursachen. Auch Fältchen und Falten werden sichtbarer, wenn die Haut trockener wird.

Laut Bayerl sollten Pflegepräparate für die reife Haut über wasserbindende Inhaltsstoffe verfügen. Schließlich ist der transepidermale Wasserverlust aufgrund der schwächelnden Barriere erhöht. Substanzen, die den Natural Moisturizing Factor NMF nachbilden wie Harnstoff, Glycerol, Milchsäure oder hochmolekulare Hyaluronsäure, können die Restfeuchte an epidermalem Wasser in der Haut zurückhalten und erhöhen. »Auch wenn Moisturizer nicht kollagenanregend in der Tiefe wirken: Für die Optik macht es was aus, wenn die Hautoberfläche schön genährt und glatt ist.«

Viel Content, wenig seriös

Immer mehr selbsternannte »Skinfluencer« sind auf Social Media aktiv – und das hat Auswirkungen auf die dermatologische Sprechstunde, berichtete Professorin Dr. Claudia Borelli von der Hautklinik in Tübingen bei der Jahrestagung der Gesellschaft für Dermopharmazie im vergangenen Jahr. Das Problem: Der meiste Content werde dabei von den am wenigsten medizinisch ausgebildeten Personen eingestellt. »Fachkräfte sind leider nur für einen ganz kleinen Teil der Posts verantwortlich.«

So würden die meisten Akne-Informationen (gemessen an der Anzahl der Hashtags) von nicht dermatologisch ausgebildeten Influencern verbreitet. Dabei gehe es zwar passend zur Indikation häufig um Salicylsäure, Niacinamid, Sonnenschutz, Glykolsäure oder Vitamin C, stellte sie eine Untersuchung vor. Doch entscheidende Anwendungshinweise fehlten meist. In ihrer Sprechstunde für dermatologisch-ästhetische Behandlungen an der Hautklinik Tübingen sieht sie sich dann mit den Folgen von Kosmetiktrends konfrontiert. Ganz oben rangierten derzeit overfilled faces und Hautprobleme durch Layering.

Bei Hyaluronsäure-Injektionen habe mittlerweile bereits ein Umdenken stattgefunden. »Vor Kurzem wurden sie noch sehr gehypt, weil sie ja ach so natürlich sind. Jetzt müssen wir dagegen Aufklärungsarbeit leisten. Mittlerweile haben wir gelernt, dass Hyaluronsäure nur in geringen Mengen gezielt zu injizieren ist. Denn ihr Effekt potenziert sich, Volumengewinn wird über die Zeit erzielt, wie man bei langjähriger Kundschaft sieht. Zu hoch konzentrierte Unterspritzungen bewirken dagegen die overfilled faces«, informierte die Oberärztin. »Dieses Fachwissen ist nichts, was uns die Firmen kommunizieren, sondern das sind Erfahrungen, die durch nichts zu ersetzen sind.« Den Schmelz der Jugend zu erhalten, sei nicht so einfach wie das Internet suggeriere.

Was sagt sie zur angesagten Layering-Methode, bei der die Haut Schicht für Schicht mit den unterschiedlichsten Hautpflegeprodukten versorgt wird, um eine Glass Skin zu bekommen? »Eine typische Reihenfolge umfasst bei diesem Konzept die doppelte Reinigung mit einem ölbasierten und einem wasserbasierten Präparat, Toner, Essenz, Seren, Augencreme, Feuchtigkeitspflege und abschließend einen Sonnenschutz. Grundsätzlich ist hier aber zu hinterfragen, was davon sinnvoll ist. Gerade die junge Generation braucht es nicht so reichhaltig. Oft ist dann eine Akne cosmetica oder eine periorale Dermatitis die Folge.«

Wir Hautärzte und Apothekenteams erreichen die Jungen nicht, wenn wir gar nicht auf Social Media unterwegs sind.«
Professorin Dr. Claudia Borelli, Tübingen

Um Zugang zu dieser Patientengruppe zu finden, empfahl die Dermatologin, Trends von Social Media zumindest zu kennen. Das helfe sowohl bei der Patientenberatung in der Sprechstunde als auch bei der Kundenansprache in der Apotheke. »Das heißt nicht, dass man bei Trends immer vorne mit dabei sein muss. Aber wir Hautärzte und die Apothekenteams erreichen die Jungen sonst nicht, wenn wir gar nicht auf Social Media unterwegs sind.« Den Tipp ihres spanischen Kollegen Dr. Mario Toledo Lelevier könne sie nur unterstreichen: »Social Media needs more science, not more noise.« Dermariomx hat mehr als eine Millionen Follower bei Instagram und 400.000 bei Facebook.

Borelli empfahl, den Patienten klare Behandlungsanweisungen an die Hand zu geben. Es sei hilfreich, den Verbraucher darüber aufzuklären, was wissenschaftlich erwiesen ist und was nicht und auf mögliche Quellenhinweise zu achten. Und es lohne sich, beim Patienten nachzuhaken, »was sonst noch substituiert oder konsumiert wird, also etwa Kreatin oder Proteinpulver«. Gerade bei Akne sei der Trend zu proteinreicher Ernährung mit Linsennudeln, Skyr und Fleisch nicht gerade förderlich. Dann lasse sich das Hautbild selbst mit Isotretinoin nur schwer bessern.

TEILEN
Datenschutz
Mehr von Avoxa