| Verena Schmidt |
| 22.05.2026 16:00 Uhr |
Die Faktenlage ist klar: UV-Strahlung schädigt die Haut. Sonnenbrille und --hut sowie ein Sonnenschutzprodukt für die Haut sind daher im Sommer essenziell. / © Getty Images/milanvirijevic
Dem Thema Sonnenschutz ergeht es in den sozialen Medien ähnlich wie dem Impfen: Beide sind medizinisch und wissenschaftlich als wirksame Schutzmaßnahmen etabliert – und doch wird ihr Nutzen auf Plattformen wie TikTok und Instagram immer wieder infrage gestellt. Nicht nur wirkungslos sollen sie angeblich sein, sondern sogar selbst gesundheitliche Schäden anrichten.
So verbreiten manche Influencer etwa die These, nicht das Sonnenlicht sei krebserregend, sondern vielmehr die schützende Sonnencreme. Eine weitere populäre Social-Media-Erzählung: Sonnenbrillen sollen den Körper daran hindern, die Sonneneinstrahlung über die Netzhaut zu erkennen und so das Entstehen eines Sonnenbrandes zu fördern. Die online verbreiteten Fehlinformationen finden meist zahlreiche Anhänger. Das ist mehr als nur ärgerlich: Solche Fake News können durchaus gefährlich werden.
Wenn Kunden Apothekenmitarbeiter auf solche Infos aus den sozialen Medien ansprechen, sollten diese am besten ruhig und sachlich darauf reagieren, rät Dr. Christof Kirkamm im Gespräch mit PTA-Forum. Er ist Hautarzt und informiert als »dailydoc.chris« seine Follower auf TikTok und Instagram regelmäßig zu Themen wie Hautschutz und Longevity. »UV-Strahlung ist kein ›Meinungsthema‹. Sie schädigt unsere Haut und unsere Augen. Das ist seit Jahrzehnten sehr gut belegt«, betont er.
»Sonnencreme ist dabei kein Schutzschild gegen alles und auch kein Freifahrtschein für stundenlanges Sonnenbaden. Aber sie ist eine der sinnvollsten Maßnahmen, die wir überhaupt haben, um UV-Schäden zu reduzieren. Genau das sollte man den Kunden klar und pragmatisch vermitteln.« Für Sonnenbrillen gelte im Prinzip das gleiche: Entscheidend sei nicht, wie dunkel oder teuer sie sind, sondern ob sie zuverlässig UV-Strahlung filtern. Beim Kauf sollte man auf die Angabe »UV400« oder »100 % UV-Schutz« achten, rät Kirkamm.