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Statine
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Muskelschschmerzen als Nebenwirkung

Statine sind für die Prävention von Herz-Kreislauf-Beschwerden unerlässlich und gehören zu den häufig verordneten Arzneimitteln. Als Nebenwirkungen sind Muskelbeschwerden möglich. Welche Patienten sind gefährdet und wie gehen Ärzte vor, wenn Patienten muskuläre Symptome entwickeln?
AutorKontaktVerena Schmidt
AutorKontaktPTA-Forum
Datum 23.10.2026  10:00 Uhr

Medikamentös bedingte Muskelbeschwerden

Dem pharmazeutischen Personal sind Myalgien und Myopathien vor allem als wichtige Nebenwirkungen von Statinen bekannt. Das Spektrum reicht dabei von einer symptomlosen Erhöhung des überwiegend muskelspezifischen Enzyms Kreatinkinase (CK) im Serum über Myalgien und toxische Myopathien bis zur gefürchteten Rhabdomyolyse, einem Gewebezerfall der quergestreiften Muskulatur mit dem Absterben von Muskelfasern. Am häufigsten treten leichte CK-Erhöhungen und Myalgien auf.

Studien zufolge treten Statin-assoziierte Myopathien bei etwa 0,1 Prozent der Patienten auf, eine Rhabdomyolyse bei 0,01 Prozent. Die Leitlinie weist außerdem auf eine Studie aus dem Jahr 2022 hin, im Rahmen derer 28 Prozent der untersuchten Patienten eine Statin-assoziierte Myopathie mit einer CK-Erhöhung von weniger als dem 10-fachen der Norm aufwiesen (DOI: 10.1016/j.amsu.2022.103304).

Zu bedenken ist: Die muskulären Nebenwirkungen könnten zu einem gewissen Anteil auf einen Noceboeffekt zurückzuführen sein. Einer Metaanalyse zufolge, in der 23 randomisierte Doppelblindstudien mit etwa 155.000 Patienten ausgewertet wurden, waren weniger als 10 Prozent der Muskelsymptome unter einer Therapie mit Statinen tatsächlich auf die Statineinnahme zurückzuführen (DOI: 10.1016/S0140-6736(22)01545-8).

Vorsicht Wechselwirkungen

Das Myopathie-Risiko scheint vor allem im ersten Jahr der Statineinnahme erhöht; es steigt bei höheren Dosen und der gleichzeitigen Einnahme bestimmter anderer Medikamente. Besonderes Augenmerk ist beispielsweise dann gefordert, wenn Patienten mit einer Statintherapie wegen einer bakteriellen Infektion oder einer Pilzinfektion mit bestimmten Antibiotika oder Antimykotika behandelt werden.

Medikamente/Substanzen, die laut der Leitlinie das Myopathierisiko unter Statinen erhöhen:

  • Makrolidantibiotika (Erythromycin, Telithromycin, Clarithromycin)
  • Itraconazol, Ketoconazol
  • Cyclosporin
  • Nefazodon
  • Danazol
  • Fibrate
  • HIV-1-Protease-Hemmer (Indinavir, Amprenavir, Saquinavir, Nelfinavir, Ritonavir)
  • Diltiazem
  • Verapamil
  • Amiodaron
  • Niacin (> 1 g)
  • Grapefruitzubereitungen
  • Alkohol
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