Viele Menschen benötigen professionelle Hilfe, um ihre Zwänge in den Griff zu bekommen. Sich Hilfe zu suchen, kann etwa sinnvoll sein, wenn die innere Unruhe Handlungsweisen diktiert, soziale Kontakte leiden oder Betroffene sich für ihr Verhalten schämen. Zwangsstörungen können nicht per se geheilt werden, so das Portal gesundheitsinformation.de. Die Beschwerden lassen sich aber mit professioneller Unterstützung oft deutlich reduzieren, so dass ein normales Leben möglich ist.
Erste Anlaufstelle kann der Hausarzt sein. Die Diagnose erfolgt meist in einer psychotherapeutischen Praxis. Entscheidend für die Diagnose ist Fachverbänden zufolge, dass Zwangsgedanken und/oder Zwangshandlungen vorliegen, die mit einer deutlichen Beeinträchtigung im Leben verbunden sind und Leidensdruck hervorrufen.
Menschen mit Zwangsstörungen wird in der Regel eine Psychotherapie empfohlen, etwa in Form einer kognitiven Verhaltenstherapie. Auch Selbsthilfegruppen können Betroffenen Raum zum Austausch bieten.
Die kognitive Verhaltenstherapie kann helfen ungünstige Gedankenmuster zu erkennen und sich der auslösenden Situation Schritt für Schritt zu stellen. Lena Jelinek zufolge ist es wichtig, dass die Therapeutin oder der Therapeut zu einer von Ordnungszwang betroffenen Person nach Hause geht und quasi vor Ort die psychische Störung behandelt.
Ein Beispiel: Auf dem Regal in der Küche müssen für einen Mann die Gewürzdosen in einem bestimmten Abstand und in einer bestimmten Symmetrie zueinander stehen. Jedes Mal nach dem Kochen verwendet er viel Zeit dafür, die Dosen nach seinem Schema zu ordnen. Tut er das nicht, machen sich Sorgen in ihm breit. Er befürchtet, dass etwa seinen Kindern etwas zustoßen könnte. Und obwohl er weiß, dass eigentlich kein Zusammenhang besteht, muss er die Dosen ordnen.
Eine Therapeutin oder ein Therapeut würde nun als Teil der Behandlung mit dem Mann auch in seinem Zuhause schrittweise üben, dass es völlig gleichgültig und keine Folgen hat, wie die Gewürzdosen im Regal stehen. »Der Mann lernt mit therapeutischer Hilfe, mit der Angst wegen der vermeintlich unordentlich aufgestellten Gewürzdosen umzugehen«, so Jelinek. Der Patient erfährt unter therapeutischer Begleitung, dass die gefürchtete Katastrophe ausbleibt und lernt, die Angst zuzulassen und nicht durch Ordnungsrituale zu unterbinden. Das Gehirn lernt allmählich, dass die Situation ungefährlich ist.