Schätzungsweise die Hälfte aller Männer über 50 Jahre entwickelt Beschwerden infolge einer benignen Prostatahyperplasie. Die gutartige Vergrößerung der Prostata sollte ärztlich überwacht werden. Leichte Symptome können jedoch mit Phytopharmaka und Verhaltensmaßnahmen gelindert werden.
PSA-Wert kann auch durch Druck auf die Prostata (etwa beim Radfahren), Ejakulation oder Harnwegsentzündungen erhöht sein; Dutasterid und Finasterid senken den Wert
stark erhöhte oder rasch steigende Werte müssen ärztlich abgeklärt werden, da Hinweis auf Prostatakarzinom
Kontrolliertes Zuwarten
bei geringem Leidensdruck oder wenn Verhaltensänderungen (siehe nicht medikamentöse Maßnahmen) die Beschwerden ausreichend lindern
regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Arzt
Phytotherapeutika
bei leichten Beschwerden sind Phytopharmaka eine Option (Mono- oder Kombinationspräparate)
regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Arzt weiter erforderlich
können Beschwerden lindern, verkleinern die Prostata jedoch nicht
Wirkung setzt meist nach mehreren Wochen ein
enthalten beispielsweise Sägepalmenfrüchte (Prostagutt® uno), Sägepalmenfrüchte und Brennnesselwurzel (Prostagutt® duo), Kürbissamen (Granufink® Prosta forte), Roggenpollenextrakt (Pollstimol®) oder Phytosterole aus Kiefern- oder Pinienholz (Apoprostat®, Harzol®)
definierter Sägepalmenextrakt mit Hexanol als Extraktionsmittel: HMPC-Einstufung als well-established use (entsprechende Präparate sind nicht in Deutschland erhältlich)
ethanolische Sägepalmenextrakte sowie Zubereitungen aus Kürbissamen und Brennnesselwurzel: HMPC-Einstufung als traditional use
Evidenz laut Leitlinie insgesamt nicht ausreichend
Nicht medikamentöse Maßnahmen
ausreichende Flüssigkeitszufuhr (circa 1,5 Liter) über den Tag verteilt; vor dem Schlafengehen oder
beispielsweise langen Autofahrten weniger trinken
Kaffee und Alkohol aufgrund ihrer diuretischen Wirkung reduzieren
scharfe Gewürze können irritativ wirken
Kälte meiden, Wärme erleichtert das Wasserlassen
bei harntreibenden Arzneimitteln nach ärztlicher Rücksprache gegebenenfalls den Einnahmezeitpunkt beachten (nicht abends)
Ausstreichen der Harnröhre nach der Miktion kann Nachträufeln vermindern
Blasentraining bei leichtem bis mäßigem Harndrang
Wann zum Arzt?
beim erstmaligen Auftreten der Beschwerden
bei Blut im Urin, Schmerzen oder Fieber
bei wiederkehrenden Harnwegsinfekten
bei plötzlicher Unfähigkeit zu urinieren
bei starken Beschwerden oder rascher Verschlechterung