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Prostata unter Druck

Schätzungsweise die Hälfte aller Männer über 50 Jahre entwickelt Beschwerden infolge einer benignen Prostatahyperplasie. Die gutartige Vergrößerung der Prostata sollte ärztlich überwacht werden. Leichte Symptome können jedoch mit Phytopharmaka und Verhaltensmaßnahmen gelindert werden.
AutorKontaktCaroline Wendt
Datum 17.08.2026  08:00 Uhr

Symptome

  • nächtlicher Harndrang (Nykturie)
  • häufige Miktion mit kleinen Harnmengen
  • unwillkürlicher Harndrang
  • schmerzhaftes Wasserlassen (Dysurie)
  • schwacher Harnstrahl
  • Gefühl der unvollständigen Entleerung
  • verzögerter Beginn der Blasenentleerung
  • Nachträufeln nach der Blasenentleerung

Vorsorgeuntersuchung

  • Männer ab 45 Jahren, bei familiärem Risiko früher
  • nach Aufklärung kann zur Früherkennung der PSA-Wert bestimmt werden; die alleinige Tastuntersuchung gilt als zu ungenau

PSA-Wert

Kontrolliertes Zuwarten

  • bei geringem Leidensdruck oder wenn Verhaltensänderungen (siehe nicht medikamentöse Maßnahmen) die Beschwerden ausreichend lindern
  • regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Arzt

Phytotherapeutika

  • bei leichten Beschwerden sind Phytopharmaka eine Option (Mono- oder Kombinationspräparate)
  • regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Arzt weiter erforderlich
  • können Beschwerden lindern, verkleinern die Prostata jedoch nicht
  • Wirkung setzt meist nach mehreren Wochen ein
  • enthalten beispielsweise Sägepalmenfrüchte (Prostagutt® uno), Sägepalmenfrüchte und Brennnesselwurzel (Prostagutt® duo), Kürbissamen (Granufink® Prosta forte), Roggenpollenextrakt (Pollstimol®) oder Phytosterole aus Kiefern- oder Pinienholz (Apoprostat®, Harzol®)
  • definierter Sägepalmenextrakt mit Hexanol als Extraktionsmittel: HMPC-Einstufung als well-established use (entsprechende Präparate sind nicht in Deutschland erhältlich)
  • ethanolische Sägepalmenextrakte sowie Zubereitungen aus Kürbissamen und Brennnesselwurzel: HMPC-Einstufung als traditional use
  • Evidenz laut Leitlinie insgesamt nicht ausreichend

Nicht medikamentöse Maßnahmen

  • ausreichende Flüssigkeitszufuhr (circa 1,5 Liter) über den Tag verteilt; vor dem Schlafengehen oder
  • beispielsweise langen Autofahrten weniger trinken
  • Kaffee und Alkohol aufgrund ihrer diuretischen Wirkung reduzieren
  • scharfe Gewürze können irritativ wirken
  • Kälte meiden, Wärme erleichtert das Wasserlassen
  • bei harntreibenden Arzneimitteln nach ärztlicher Rücksprache gegebenenfalls den Einnahmezeitpunkt beachten (nicht abends)
  • Ausstreichen der Harnröhre nach der Miktion kann Nachträufeln vermindern
  • Blasentraining bei leichtem bis mäßigem Harndrang

Wann zum Arzt?

  • beim erstmaligen Auftreten der Beschwerden
  • bei Blut im Urin, Schmerzen oder Fieber
  • bei wiederkehrenden Harnwegsinfekten
  • bei plötzlicher Unfähigkeit zu urinieren
  • bei starken Beschwerden oder rascher Verschlechterung
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