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Alleinzeit
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Raus aus dem sozialen Rückzug

Lieber alleine zu Hause statt rausgehen und Menschen treffen – Rückzug kann kurzfristig helfen, die sozialen Akkus wieder aufzuladen. Doch über längere Zeiträume kann er zum Problem für die Gesundheit werden.
AutorKontaktdpa
Datum 15.05.2026  10:00 Uhr

Wieder in Kontakt kommen

Gerade wenn man sich schon länger zurückgezogen hat, kann es schwer sein, wieder mit anderen in Kontakt zu kommen. Steckt eine psychische Erkrankung dahinter, sollten Betroffene sich Unterstützung suchen und eine Depression etwa im Rahmen einer Therapie behandeln lassen.

Ist das nicht der Fall, rät Tatjana Reichhart, sich erst mal einen Überblick über das eigene Netzwerk zu verschaffen: Wen habe ich? Mit wem möchte ich den Kontakt wieder aufnehmen? Auch gemeinsame Interessen wie zum Beispiel Sport können gute Wege sein, um Kontakte wieder aufleben zu lassen. Sie rät außerdem, Zeit für soziale Kontakte fest im Kalender einzuplanen. Sonst wird diese Zeit im stressigen Alltag meist als Erstes gestrichen.

Grundsätzlich sind kleine Schritte der Schlüssel für den Wiedereinstieg. »Statt einer Party kann man mit einem Treffen mit einer einzelnen, vertrauten Person starten oder erstmal eine Nachricht schicken«, rät Klaus Nuyken. Und statt jemanden zu sich nach Hause einzuladen, trifft man sich am besten in einem Café. So kann man besser bestimmen, wie lange das Treffen dauert – ohne jemanden vor die Tür zu setzen.

Struktur vor Lust

Außerdem rät Nuyken, eine Technik zu nutzen, die eigentlich Bestandteil der Depressionstherapie ist: Struktur vor Lust. Das bedeutet, dass man sich zum Beispiel vornimmt, morgen um 10 Uhr eine Nachricht an einen alten Bekannten zu schicken, auch wenn man sich eigentlich nicht danach fühlt. »Das ermöglicht positive Erfahrungen«, erklärt Nuyken. Wenn man erst auf die Motivation wartet, könne sich das Problem verstärken. »Denn in der Regel kommt die nicht«, so der Psychologe.

Was bei den ersten Kontakten auch helfen kann, nennt Nuyken Koexistenz. Damit meint er Treffen, bei denen man zwar zusammen ist, aber nicht unbedingt die ganze Zeit miteinander reden muss. Eine Verabredung im Kino zum Beispiel. »Etwas gemeinsam erleben, was nicht mit tiefen Gesprächen verbunden ist.«

Wichtig ist auf jeden Fall, wieder mit anderen in Kontakt zu kommen, wie Tatjana Reichhart betont. Denn Einsamkeit gilt als Risikofaktor für viele Krankheiten, nicht nur psychische. »Wir Menschen sind soziale Wesen und Beziehungen zu anderen Menschen sind unser Lebenselixier.«

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