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West–Nil–Virus in Berlin
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Risiko durch heimische Mücken steigt

Heimische Mücken können West–Nil–Virus übertragen. Eine Berliner Studie hat untersucht, in welchen Lebensräumen das Ansteckungsrisiko am höchsten ist. Das Ergebnis hat die Wissenschaftler überrascht.
AutorKontaktdpa
Datum 15.06.2026  17:00 Uhr
Studienergebnisse haben Forscher überrascht

Studienergebnisse haben Forscher überrascht

Die Forscher waren von der hohen Rate an infizierten Mücken überrascht, wie Junglen sagte. Die Raten im August seien vergleichbar mit denen in Südeuropa, wo es regelmäßig zu Übertragungen auf den Menschen und vielen Erkrankungen komme.

Die Untersuchungen fanden in den Jahren 2023 und 2024 von Juni bis September statt. Unter die Lupe genommen wurden fünf Standorte innerhalb eines Gebiets von einem Quadratkilometer in Berlin-Schöneberg: ein Hinterhof mit ein bisschen Grün, ein parkähnliches Wohngebiet mit einem kleinen See, ein grünes Schwammstadt-Areal mit Wasserauffangbecken, ein Friedhof und ein Naturschutzgebiet.

Park & Friedhof: Gebiete mit besonders vielen infizierten Mücken

Beim Vergleich der Areale machten die Wissenschaftler eine überraschende Entdeckung: »Dort, wo die meisten Stechmücken vorkamen, im Naturschutzgebiet (...), gab es die wenigsten Virusnachweise«, sagte Junglen. Die meisten infizierten Mücken hingegen hätten sie in dem parkähnlichen Wohngebiet und auf dem Friedhof gefunden. Dort kämen anscheinend die Vogelarten vor, die das Virus gut vermehren könnten und an denen sich die Mücken ansteckten. »Welche Vögel es genau sind, wissen wir noch nicht.«

Was bedeutet das jetzt für Menschen in Berlin? Die Untersuchung sei sehr lokal gewesen, es könnten daher keine allgemeinen Handlungsempfehlungen daraus abgeleitet werden, etwa bestimmte Gebiete zu meiden, sagte Junglen. Die Ergebnisse ließen aber darauf schließen, dass naturnahe Gebiete sowie stark versiegelte Flächen mit wenig Vegetation wahrscheinlich geringe WNV-Infektionsraten in Stechmücken aufwiesen, während Friedhöfe, Parkanlagen und Kleingärten wahrscheinlich ein höheres Risiko darstellten. Die Wissenschaftler haben zusätzlich Friedhöfe und Kleingärten an mehreren Orten in Berlin beprobt und das Virus auch dort häufiger gefunden.

Guter Mückenschutz ist ratsam

Übermäßig Sorgen müssten sich Berlinerinnen und Berliner nicht machen, erklärte Corman. Das Risiko, sich im Sommer durch einen Mückenstich mit dem Virus zu infizieren, bestehe aber. Wichtig sei daher, sich gegen Mücken zu schützen, durch Mückenspray oder lange Kleidung. Das gelte vor allem für Menschen mit dem Risiko für einen schweren Verlauf. Außerdem sollten Brutflächen vermieden werden, etwa indem man Regentonnen fest verschließt oder Blumenuntertöpfe und Vogeltränken regelmäßig ausleert.

Ab wann sollte man zum Arzt gehen? Wenn man einen Mückenstich und gleichzeitig Kopfweh habe, sei das allein noch kein Grund, sich beim Arzt auf das Virus testen zu lassen, so Cormans Einschätzung. Wenn Fieber hinzukäme, sei ein Arztbesuch durchaus ratsam. Das gelte aber unabhängig von der möglichen Diagnose.

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