| Verena Schmidt |
| 20.07.2026 08:00 Uhr |
Dauerhaft gerötete Wangen? In den meisten Fällen steckt die chronisch-entzündliche Hauterkrankung Rosazea dahinter. / © Adobe Stock/STEKLO_KRD
Couperose – der Begriff kommt vielen in den Sinn, wenn kleine Äderchen im Gesicht dauerhaft erweitert sind. Die Haut erscheint dann partiell an Wangen und Nase gerötet und ist dort besonders empfindlich. Auf Reize wie etwa Hitze, Sonne, Kälte, Alkohol oder scharfe Speisen reagieren Betroffene häufig mit einem Flush – die oberflächlichen Gefäße werden intensiv durchblutet, die Rötung verstärkt sich.
Gut zu wissen: Der Begriff Couperose wird zwar in der Kosmetik und Dermatologie häufig verwendet, eine echte Diagnose mit Krankheitswert ist er aber nicht. Anders die Rosazea: Hierbei handelt es sich um eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung, bei der sich ähnliche Symptome zeigen. Zu Gesichtsrötung, Teleangiektasien und Flush-Reaktionen kommen bei der Rosazea aber noch Papeln und Pusteln («Rosazea-Akne«) hinzu. Die empfindliche Haut kann brennen, stechen und jucken. In schwereren Fällen können auch die Augen beteiligt sein, etwa indem sie zu Trockenheit, einer Blepharitis oder Konjunktivitis neigen. Im fortgeschrittenen Stadium tritt außerdem – fast ausschließlich bei Männern– ein Rhinophym auf, eine knollige, wuchernde Verdickung der Nasenhaut.
Rosazea-Betroffene kennen meist ihre individuellen Triggerfaktoren, die das Hautbild verschlechtern. Dazu können zum Beispiel extreme Temperaturen, anstrengende körperliche Betätigung, Sonnenlicht, aber auch Stress und Ängste zählen. Auch bestimmte Nahrungsmittel, etwa mit scharfen Gewürzen oder hohem Histamingehalt, und koffein- oder alkoholhaltige Getränke können einen Schub triggern.
Heilbar ist die Rosazea nicht, eine konsequente Behandlung kann Rötungen und entzündliche Läsionen jedoch deutlich reduzieren und Schüben vorbeugen. Bei leichten bis moderaten Fällen reicht meist eine topische Therapie mit Metronidazol, Azelainsäure, Brimonidin oder Ivermectin aus. Bei schwereren Formen wird zusätzlich systemisch behandelt, etwa mit Tetracyclinen oder Makroliden, Metronidazol oder Isotretinoin. Auch nicht medikamentöse Verfahren wie Dermabrasion oder Laserchirurgie können helfen.
Prinzipiell kann eine Couperose ebenso per Laser- oder IPL(Intense Pulsed Light)-Therapie angegangen werden. Das ist jedoch mit teils hohen Kosten verbunden, da die Krankenkassen die Therapie nicht übernehmen. Für leichtere Fälle bietet der Markt zahlreiche Kosmetika mit gefäßverengenden und entzündungshemmenden Inhaltsstoffen, um Rötungen zu reduzieren und die Gefäße zu stärken. Beispiele sind Avene® Antirougeurs Rosamed, Dermasence® RosaMin, Eubos® Kühl & Klar und Eucerin® Anti-Rötungen.