| Verena Schmidt |
| 20.07.2026 08:00 Uhr |
Teleangiektasien können auch entstehen, wenn über einen längeren Zeitraum topische Glucocorticoide im Gesicht angewendet werden. Grund: Glucocorticoide hemmen die Bildung von Kollagen und von neuen Zellen, die Haut wird dünn, trocken und empfindlich (Pergamenthaut).
Dadurch können die feinen Kapillaren im Gesicht dauerhaft sichtbar werden. Eine länger andauernde Cortisonanwendung im Gesicht kann ein rosazeaähnliches Krankheitsbild, die Steroid-Rosazea, hervorrufen oder eine bereits bestehende Rosazea verschlechtern. Eine Cortisonbehandlung im Gesicht sollte daher immer nur sehr vorsichtig eingesetzt werden. Es gilt: im Gesicht nur schwach wirksame Glucocorticoide (zum Beispiel Hydrocortison) einsetzen und diese nur so kurz wie möglich, maximal für ein bis zwei Wochen.
Der Morbus Osler (Hereditäre hämorrhagische Teleangiektasie, HHT) ist eine seltene, vererbbare Gefäßerkrankung. Typisch sind kapillare Fehlbildungen, die zu Teleangiektasien führen. Auf Haut und Schleimhaut erscheinen kleine, rote verästelte Flecken, vor allem an den Fingerkuppen, auf Nase, Lippen, Zunge und in der Mundhöhle. Die Gefäße sind dünnwandig und leicht zu verletzen, vor allem an den Schleimhäuten kommt es daher gehäuft zu Blutungen.
Bei vielen Patienten tritt mit Beginn der Pubertät auffallend oft Nasenbluten auf. Bei älteren Betroffenen werden teils auch innere Organe in Mitleidenschaft gezogen – es kann zu inneren Blutungen und Schlaganfällen kommen. Die Erkrankung ist nicht heilbar, mit verschiedenen Therapieoptionen lassen sich die Beschwerden aber meist gut in den Griff bekommen und Komplikationen vermeiden.