Gesunde Ernährung tut auch der Haut gut. / © Getty Images/Westend61
Rosazea, Psoriasis, Neurodermitis und Akne sind unterschiedliche Krankheitsbilder der Haut. Beim »Blick nach innen« lassen sich allerdings auch einige Gemeinsamkeiten finden. »Allen vier Erkrankungen liegen Entzündungsprozesse zugrunde, die sich mit proentzündlicher Ernährung befeuern und mit antientzündlicher Ernährung und Stressreduktion mildern lassen«, sagt Dr. Julia Lämmerhirt, Dermatologin mit Schwerpunkt Ernährung und Hautgesundheit in Österreich, im Gespräch mit PTA-Forum.
Die Haut ist die Schutzhülle nach außen: Sie reguliert die Körpertemperatur, wehrt Krankheitserreger ab und nimmt Berührung, Schmerz, Wärme und Kälte wahr. Zugleich ist sie aber auch nach innen mit dem gesamten Körper verbunden. Sie kommuniziert etwa über Blut und Lymphflüssigkeit mit dem Darm und der Leber – und daher reagiert sie auch mit ihrem Erscheinungsbild (etwa Pickel, Rötung, Trockenheit, Risse) auf die Ernährung und auch auf Stoffwechselveränderungen, hormonelle Schwankungen und das Immunsystem. Andersherum begünstigen eine »überforderte Leber« und eine negativ veränderte Darmflora ebenso Hautprobleme.
Jede der Milliarden Hautzellen teilt sich ungefähr alle vier Wochen. Die Makronährstoffe zum Bau neuer funktionsfähiger Hautzellen kommen dabei aus der Nahrung:
»Ist die Qualität der aufgenommenen Nährstoffe gut, profitieren auch Hautstruktur und Hautfunktion«, resümiert Lämmerhirt. Eine entzündungshemmende Ernährung helfe, den Stoffwechsel zu entlasten, die Darm- und Lebergesundheit zu fördern und die Hautbarriere zu stärken.
Ungünstige Ernährungsgewohnheiten dagegen verstärkten die Bildung entzündungsfördernder Botenstoffe, wirkten sich negativ auf die Mikrobiomzusammensetzung aus und förderten Blutzuckerschwankungen, die hormonelle Prozesse beeinflussten. Die Hormonschwankungen wiederum können Entzündungen triggern. Eine ungünstige Ernährung ließe auch mehr freie Radikale entstehen. Dieser oxidative Stress schwäche die Hautbarriere: Die oberste Hautschicht könne schlechter Feuchtigkeit halten und äußere schädliche Einflüsse abwehren, so Dermatologin Lämmerhirt.
Eine entzündungshemmende Ernährung beinhaltet der Expertin zufolge antioxidative Pflanzenstoffe, etwa aus Blaubeeren, Himbeeren, grünem Blattgemüse, Möhren, Paprika, Tomaten sowie Kräutern und Gewürzen wie Ingwer, Kurkuma, Oregano, Zimt. Die Formel lautet: bunt, frisch, regional, viel Gemüse, Obst in moderaten Mengen, um Insulinspitzen zu meiden, und in Kombination mit Eiweiß oder ungesättigten Fettsäuren.
Wichtig ist auch ein gesundes Verhältnis von Omega-6- zu Omega-3-Fettsäuren von 1:1 bis 5:1. Möglichst 30 g Ballaststoffe sollten es täglich sein sowie ausreichend Vitamine und Mineralstoffe. Bei Kohlenhydraten sollte man auf Vollkorn setzen, Weißmehl und Zucker besser meiden. Wer eine Hauterkrankung hat, sollte bei der Lebensmittelwahl zudem verschiedene Besonderheiten beachten.