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Schnelle Hilfe bei Mundsoor

Egal ob bei Groß oder Klein: Eine Candidose der Mundschleimhaut – auch Mundsoor genannt – kann ganz schön weh tun. Umso wichtiger sind eine gezielte Beratung in der Apotheke sowie eine konsequente Therapie.
AutorKontaktCaroline Wendt
Datum 09.06.2026  08:00 Uhr

Lokale Therapie

Orale Candidosen heilen in der Regel nicht spontan ab. Die gute Nachricht: Sie sprechen meist gut auf eine lokale antimykotische Therapie an. Apothekenpflichtige Präparate enthalten die Wirkstoffe Nystatin oder Miconazol (siehe Tabelle). Sie sind als Mundgel erhältlich, Nystatin zusätzlich auch als Suspension.

Die Nystatin-Suspension sollte vor der Anwendung gut geschüttelt werden. Kinder ab zwei Jahren und Erwachsene wenden in der Regel viermal täglich 0,5 bis 1,5 ml an, Säuglinge und Kleinkinder lediglich 0,5 bis 1 ml. Nystatin-Suspensionen sind bereits ab Geburt zugelassen.

Wirkstoff Dosierung Produktbeispiel
Nystatin, Suspension Erwachsene und Kinder ab 2 Jahren: viermal täglich 0,5 bis 1,5 ml
Kinder zwischen 0 und 24 Monaten: viermal täglich 0,5 bis 1 ml Moronal® Supension,
Nysatin Acis® Suspension
Nystatin, Mundgel Erwachsene und Kinder ab 4 Monaten: vier- bis sechsmal täglich 1 g Lederlind® Mundgel,
Nystaderm® Mundgel
Miconazol, Mundgel Erwachsene und Kinder ab 2 Jahren: viermal täglich 2 ml
Kinder zwischen vier und 24 Monaten: viermal täglich 1 ml Infectosoor® Mundgel,
Micotar® Mundgel
Die Dosierung richtet sich je nach Alter und Präparat.

Aspirationsgefahr

Anders sieht es bei Mundgelen aus: Sie sollten bei Kindern unter vier Monaten sowie bei Kindern mit Schluckstörungen nicht angewendet werden, da die Gefahr einer Aspiration besteht. Zudem sollte das Gel weder im hinteren Mundraum noch auf die Brustwarzen stillender Mütter aufgetragen werden. Bei Kindern zwischen vier Monaten und zwei Jahren sollten Eltern das Gel in kleinen Einzelportionen anwenden und mit einem sauberen Finger gezielt im Mundraum verteilen und die Kinder nach der Anwendung nicht unbeobachtet lassen.

Nystatin-Mundgel wird vier- bis sechsmal täglich, in schweren Fällen auch alle zwei Stunden, jeweils in einer Menge von etwa 1 g im Mund verteilt. Bei Babys ab vier Monaten empfiehlt es sich, jeweils vor und nach den Mahlzeiten etwa 0,5 g anzuwenden. Mundgel mit Miconazol sollten Kinder ab zwei Jahren und Erwachsene viermal täglich 2 ml anwenden. Säuglinge und Kleinkinder zwischen vier und 24 Monaten erhalten hiervon in der Regel viermal täglich 1 ml.

Unabhängig vom Wirkstoff und der Arzneiform gilt: Antimykotika wirken umso besser, je länger sie auf der Mundschleimhaut verbleiben. Daher sollten Gel und Suspension nicht sofort heruntergeschluckt werden. Zudem empfiehlt sich die Anwendung nach den Mahlzeiten. Auch wenn die sichtbaren Symptome bereits abgeklungen sind, sollte die Therapie noch zwei bis drei Tage darüber hinaus fortgeführt werden. Zu den häufigsten Nebenwirkungen von Nystatin zählen Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit und Erbrechen. Bei Miconazol können zusätzlich Mundtrockenheit, ein unangenehmes Gefühl im Mund sowie Regurgitation (Rückfluss von Mageninhalt) vorkommen. Außerdem berichten manche Patienten von Geschmacksstörungen.

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