Thema Mundsoor nach der Glucocorticoid-Inhalation: Jede Gebrauchsinformation empfiehlt, den Mund nach den täglichen Inhalationen auszuspülen beziehungsweise die Zähne zu putzen. Von den marktgängigen OTC-Gurgel- beziehungsweise Spüllösungen hält Kircher wenig. »Ohne Frage sind sie bei Zahnfleischbeschwerden hilfreich, aber weit hinten in den Rachenbereich kommen sie nicht, um Wirkstoff wegzuspülen.« Viel effektiver sei es, einen Löffel Joghurt oder einen Bissen Butterbrot zu essen, um den lipophilen Arzneistoff von der Schleimhaut zu waschen.
Und noch einen guten Ratschlag hatte Kircher parat: Alvesco® macht keinen Mundsoor. Grund: Das darin enthaltene Ciclesonid ist ein Prodrug, das erst in den Alveolen in die eigentliche Glucocorticoid-Wirkform verstoffwechselt wird. »Für alle Mundsoor-Geplagten ist das eine gute Alternative. Meine Erfahrung zeigt, dass Ärzte dankbar für einen solchen proaktiven Vorschlag sind.«
Glucocorticoide sollen am besten am Nachmittag inhaliert werden. Kircher erklärte den Hintergrund: Hier habe ein Umdenken eingesetzt, nachdem eine viel beachtete Studie aus dem vergangenen Jahr eindrucksvoll gezeigt habe, dass die nachmittägliche Anwendung zu signifikant niedrigeren nächtlichen Entzündungswerten und besserer Lungenfunktion führt im Vergleich zur zweimal täglichen niedrig dosierten Inhalation. »Die Studie zeigte, dass 80 Prozent der fatalen Asthmaattacken nachts stattfinden und Immunzellen nachmittags am besten auf Corticosteroide ansprechen.«
Die inhalative Therapie von Asthma- und COPD-Patienten ist herausfordernd. Mehr als 30 Inhalations-Devices machen den Markt nicht gerade übersichtlich. Es lauern gerätetypische Fehlerquellen. Dummys stehen nicht immer zur Verfügung.
Mit den Videos der Bundesapothekerkammer (BAK) auf der Website des pDL Campus kann sich das Apothekenteam optimal auf die Beratung von Asthma- und COPD-Patienten vorbereiten. Während die Deutsche Atemwegsliga Schulungsvideos für die Patienten anbietet, geht es in den Videos der BAK darum, Apothekern, PTA und PhiP zu zeigen, wie sie die Anwendung den Patienten am besten vermitteln.