Ab dem zweiten Trimenon wird auch zunehmend der untere Rücken strapaziert. Vorbeugend kann man hier regelmäßig Entlastungs- und Dehnungsübungen durchführen. Weiter hilft Wärme (etwa per Kirschkernkissen) bei Verspannungen oder kurzfristig Kältekompressen oder Massagen. Im Alltag sollte man auf eine gute Körperhaltung achten, keine Arbeiten in halbgebückter Haltung wie Staubsaugen verrichten und immer wieder zwischen Sitzen, Stehen und Liegen wechseln.
Beim Liegen sollte die Schwangere auf das Vena-cava-Syndrom achten: Das Mehrgewicht des Kindes kann auf die untere Hohlvene drücken und dadurch Kreislaufprobleme verursachen, das gefährdet die Sauerstoffversorgung von Mutter und Ungeborenem. Schnelle Abhilfe leistet eine sofortige Drehung auf die linke Seite.
Ein häufiges Problem in der Schwangerschaft sind auch Wadenkrämpfe. Die Autorinnen raten zu regelmäßiger, leichter Bewegung. Das reduziert die Muskelspannung und fördert die Durchblutung. Neben Magnesium-Präparaten aus der Offizin (Magnesium und Eisen nicht zeitgleich aufnehmen, sie reduzieren gegenseitig ihre Wirkung!), lohnt es sich auch, sich magnesiumreich zu ernähren etwa mit Bananen, Mandeln, Paranüssen, Kürbiskernen, grünem Gemüse, Milch und Wildreis. Wichtig ist auch: ausreichend trinken! Im Akutfall kann man den Fuß in Richtung Nasenspitze heranziehen, das dehnt die Wade.
Im dritten Trimenon sind den Autorinnen zufolge Schlaflosigkeit, Schmerzen, Ödeme, Hämorrhoiden und die Sorge, ob das Baby sich noch dreht, normal. Ödeme seien zwar unangenehm, aber ungefährlich – außer es kommen hoher Blutdruck und Eiweiß im Urin hinzu. Das sind Anzeichen einer Schwangerschaftsvergiftung, die umgehend ärztlich behandelt werden muss. Bei Ödemen, die auch für Krampfadern und Fußschmerzen verantwortlich sind, können kalt-warme Wechselduschen helfen, Kompressionsstrümpfe, ein Hochlagern der Beine und viel Bewegung, etwa Schwimmen.
Sitzbäder mit Kamille oder Gerbstoffen, fetthaltige Salben mit Panthenol oder Hamamelis-Extrakt, Auflagen mit Aloe vera oder Zinkpaste können Hämorrhoidenbeschwerden lindern. Wer abends wenig trinkt, muss nachts nicht so oft auf die Toilette. Musik, Tees aus Melisse, Hopfen und Baldrian, ein Spaziergang oder ein beruhigendes Gespräch über Ängste können entspannend vor dem Schlafen wirken.
Juliane Schäfer ist seit 29 Jahren Hebamme, Stefanie Gruner seit 26 Jahren Physiotherapeutin. Die beiden Freiberuflerinnen begleiten Frauen durch ihre Arbeit in einer Praxis in Homberg/Efze seit vielen Jahren durch die Schwangerschaft und kennen die Probleme, die dabei auftreten können - und auch die Maßnahmen, die dagegen helfen. Ihr Wissen haben sie im Trias-Ratgeber »Der kleine Schwangerschafts-Coach – Die besten Übungen bei typischen Beschwerden« zusammengefasst.