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Malaria
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So vermehrt sich der Erreger

Das aktuelle Geschehen rund um den Frankfurter Flughafen zeigt, dass die Tropenkrankheit Malaria in seltenen Fällen auch hierzulande auftreten kann. Doch wie gelangt der Erreger überhaupt von der Mücke zum Menschen – und wieder zurück?
AutorKontaktVerena Schmidt
Datum 18.09.2026  12:00 Uhr

Einige Malariafälle im Umfeld des Flughafens in Frankfurt am Main haben die Tropenkrankheit in diesem Sommer in Deutschland in den Fokus gerückt. Im Juli waren sechs Beschäftigte des Flughafens erkrankt, zwei von ihnen starben. Mitte September waren zwei weitere Fälle aus dem flughafennahen Frankfurter Stadtteil Schwanheim bekannt geworden; eine der betroffenen Personen verstarb ebenfalls. Vermutlich sind infizierte Anopheles-Mücken mit einem Flugzeug aus einem Malariagebiet nach Frankfurt gelangt. Die Infektionen wurden wohl allesamt von Plasmodium falciparum, dem Erreger der gefährlichsten Malariaform, der Malaria tropica, ausgelöst.

Der Vermehrungszyklus der Parasiten beginnt mit dem Stich einer infizierten weiblichen Mücke. Über ihren Speichel gelangen sogenannte Sporozoiten in die Blutbahn des Menschen. Innerhalb kurzer Zeit erreichen diese die Leber und dringen in die Hepatozyten ein. Dort vermehren sie sich zunächst unbemerkt, bis die Leberzelle schließlich zerfällt und Tausende sogenannter Merozoiten in die Blutbahn freisetzt.

Diese Merozoiten befallen nun die Erythrozyten, also die roten Blutkörperchen, und durchlaufen dort verschiedene Entwicklungsstadien – vom Ringstadium über den Trophozoiten bis zum Schizonten. Schließlich platzt der infizierte Erythrozyt und setzt neue Merozoiten frei, die wiederum weitere rote Blutkörperchen befallen. Dieser Zyklus wiederholt sich alle zwei bis drei Tage – beim Zerfall der Erythrozyten werden jeweils Pyrogene freigesetzt, und es kommt zu den typischen Fieberschüben. Malaria wurde deshalb früher häufig auch Wechselfieber genannt. Weitere typische Symptome sind Schüttelfrost und Kopfschmerzen sowie Verwirrtheit, Krampfanfälle und Atembeschwerden. Auch Durchfall und Erbrechen sind möglich. Wird die Infektion mit P. falciparum nicht rasch behandelt, kann sie tödlich verlaufen.

Und wie kommt der Erreger in die Mücke? Ein Teil der Parasiten in den Erythrozyten entwickelt sich nicht weiter zu neuen Merozoiten, sondern zu männlichen und weiblichen Gametozyten. Dieses Parasitenstadium verursacht selbst keine Krankheitssymptome, ist aber entscheidend für die weitere Übertragung. Saugt eine Anopheles-Mücke Blut von einem infizierten Menschen, nimmt sie die Gametozyten auf. Im Darm der Mücke entstehen daraus männliche und weibliche Keimzellen, die miteinander verschmelzen. Über mehrere Entwicklungsstadien entstehen schließlich neue Sporozoiten. Diese wandern in die Speicheldrüsen der Mücke und werden bei einem Stich auf einen Menschen übertragen – der Zyklus beginnt nun von vorne. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch findet in der Regel nicht statt.

Frühe Therapie entscheidend

Eine Malaria-Infektion ist gut behandelbar, entscheidend ist, dass die Erkrankung früh erkannt wird. Bei unkomplizierter P.-falciparum-Malaria kommen heute vor allem Kombinationen mit Artemisinin-Derivaten wie etwa Artemether/Lumefantrin (Riamet®) zum Einsatz. Auch die Wirkstoffkombination von Atovaquon/Proguanil (Malarone®) kann zur Therapie eingesetzt werden. Bei schwerem Verlauf ist eine stationäre Behandlung erforderlich; hier wird dann meist Artesunat intravenös verabreicht.

Prinzipiell spielt die Prophylaxe, also der Schutz vor dem Stich der Anopheles-Mücke, eine wichtige Rolle. Reisende in Malariagebiete sollten konsequenten Mückenschutz betreiben und je nach Reiseziel und individuellem Risiko eine medikamentöse Prophylaxe erwägen. Frankfurter Bürgern, die in der Nähe des Flughafens leben, rät das Gesundheitsamt aktuell: Wer sich besonders große Sorgen mache, könne zu »Mückenschutz durch Repellentien und bedeckende Kleidung« greifen. Ergänzend könnten in Wohnräumen beispielsweise Fliegengitter das Risiko eines Stichs minimieren. Grundsätzlich sei die Gefahr einer Infektion aber sehr gering. Menschen mit unklarem Fieber, die sich im Umfeld des Flughafens aufhalten oder dort leben, sollten dies umgehend abklären lassen.

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