| Barbara Döring |
| 05.06.2026 08:00 Uhr |
Bei Verdacht auf eine PPCM reicht ein Elektrokardiogramm (EKG) zur Diagnose nicht aus. Dann ist neben einer Ultraschall-Untersuchung des Herzens (Echokardiographie) ein Bluttest erforderlich, der Proteine nachweist, die eine Herzschwäche anzeigen. Entscheidend für die Diagnose ist eine eingeschränkte Pumpleistung der linken Herzkammer (linksventrikuläre systolische Dysfunktion). Eine PPCM liegt vor, wenn die Auswurfleistung der linken Herzkammer unter 45 Prozent liegt.
Wurde eine PPCM diagnostiziert, ist in der Regel ein Krankenhausaufenthalt notwendig, bei dem die Patientin auf eine Herzinsuffizienztherapie – oft in Kombination mit dem Prolaktinblocker Bromocriptin – und eine prophylaktische Antikoagulation eingestellt wird. Bromocriptin ist ein synthetischer Dopaminagonist, der normalerweise eingesetzt wird, um das Abstillen einzuleiten. Bei einer frühzeitigen Therapie erholen sich die Patientinnen in der Regel wieder. Steht die Geburt noch bevor, wird diese von einem Team aus Kardiologie, Gynäkologie, Pädiatrie und Anästhesie sorgfältig vorbereitet und überwacht.
Bei einer frühzeitig diagnostizierten PPCM sind die Heilungschancen gut. Bei mehr als der Hälfte der Frauen erholt sich der Herzmuskel innerhalb des ersten halben Jahres vollständig. In 30 bis 40 Prozent der Fälle bleiben leichte Beeinträchtigungen zurück, die sich jedoch häufig noch bessern. Nur bei wenigen Betroffenen bleibt eine schwere Herzinsuffizienz bestehen. In jedem Fall haben betroffene Frauen bei einer weiteren Schwangerschaft ein erhöhtes Risiko, erneut eine PPCM zu entwickeln. Dann ist erneut die Betreuung durch ein interdisziplinäres Team erforderlich. Manche Universitätskliniken haben spezielle »Pregnancy Heart Teams« etabliert, die auch auf die Betreuung von Frauen mit bereits bestehender Herzkrankheit eingerichtet sind.
Frauen, die in der Schwangerschaft von einer PPCM betroffen waren, haben im späteren Leben ein erhöhtes Risiko, Herz-Kreislauferkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Bluthochdruck oder Nierenversagen zu entwickeln. Nach der Schwangerschaft ist deshalb in jedem Fall eine weitere ärztliche Betreuung wichtig. Entwickelt eine Frau während der Schwangerschaft eine Herzinsuffizienz, kann das zudem auf bestehende Vorerkrankungen hindeuten. Nicht selten wird bei den Betroffenen ein angeborener Herzfehler, eine Kardiomyopathie oder eine Herzklappenerkrankung entdeckt.