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Schwangerschaft
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Stresstest für das Herz

Ein schnellerer Herzschlag oder ein unregelmäßiger Herzrhythmus sind in der Schwangerschaft nicht ungewöhnlich, können jedoch auch auf Herzprobleme hindeuten. Worauf werdende Mütter achten sollten.
AutorKontaktBarbara Döring
Datum 05.06.2026  08:00 Uhr

In der Schwangerschaft muss das Herz deutlich mehr leisten als sonst. Um die Mehrarbeit zu schaffen, stellt sich der Körper mithilfe von Hormonen um. Das Blutvolumen, das der Herzmuskel pro Minute in den Kreislauf pumpt (Herzminutenvolumen), nimmt um 30 bis 50 Prozent zu – ein echter Stresstest für das Pumporgan. Während es normalerweise in Ruhe 4,5 bis 5 Liter pro Minute transportieren muss, pumpt das Herz in der Schwangerschaft mehr als 7 Liter Blut pro Minute in den Körper. Die Arbeit für zwei lässt das Herz schneller schlagen und es muss kräftiger pumpen. Während der Ruhepuls normalerweise bei 60 bis 80 Schlägen pro Minute liegt, erhöht sich die Herzfrequenz ab der sechsten Schwangerschaftswoche langsam um 10 bis 30 Schläge pro Minute.

Frauen, die den erhöhten Herzrhythmus als sehr unangenehm empfinden, sollten das bei einer der Vorsorgeuntersuchungen bei der Frauenärztin ansprechen. Vor allem, wenn zusätzliche Symptome wie Luftnot, starke Müdigkeit oder Kopfschmerzen hinzukommen, ist zu einem Termin außerhalb der normalen Untersuchung zur Abklärung zu raten. In manchen Fällen kann sich durch die stärkere Belastung ein Bluthochdruck entwickeln. Die Zahl der betroffenen Frauen ist in den letzten Jahren gestiegen. Ein höheres Alter der Mutter, Übergewicht und eine Mehrlingsschwangerschaft erhöhen das Risiko. Auch Frauen, die nach künstlicher Befruchtung schwanger geworden sind, sind häufiger betroffen.

Gefährliche Präeklampsie

Treten erhöhte Blutdruckwerte etwa in der 20. Schwangerschaftswoche auf, ist von Schwangerschaftsbluthochdruck die Rede. In den meisten Fällen reguliert sich der Blutdruck wieder ab der sechsten Woche nach der Geburt. In manchen Fällen ist der erhöhte Blutdruck während der Schwangerschaft jedoch mit Wasseransammlungen im Gewebe (Ödeme) verbunden und es kommt zu Eiweißausscheidungen mit dem Urin (Proteinurie). Dann spricht man von Präeklampsie, die Komplikationen bei Mutter und Kind verursachen kann. In schweren Fällen kommt es zur Eklampsie, bei der Krampfanfälle auftreten. Eine Entbindung vor dem errechneten Termin, eventuell per Kaiserschnitt, ist dann häufig erforderlich, um die Gesundheit von Mutter und Kind nicht zu gefährden.

Wird dem Herzen die Belastung zu viel, kann sich gegen Ende der Schwangerschaft oder nach der Geburt eine Herzschwäche (peri- oder postpartale Kardiomyopathie – PPCM) entwickeln. Etwa eine von 1000 bis 1500 Schwangeren ist davon betroffen. Sie äußert sich typischerweise durch Kurzatmigkeit, Abgeschlagenheit und geschwollene Beine, allesamt Symptome, die auch im Normalfall gegen Ende oder nach einer Schwangerschaft auftreten können. Die Beschwerden werden deshalb häufig fehlgedeutet und nicht mit einer Herzschwäche in Verbindung gebracht. Ein möglicher Auslöser ist das Stillhormon Prolaktin, das die Milchproduktion anregt und dessen Abbauprodukte in seltenen Fällen die Durchblutung verschlechtern und das Herz schädigen können. Bei frühzeitiger Behandlung erholt sich das Herz meist vollständig und bleibende Schäden können vermieden werden.

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