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Schmerzen im Kindesalter
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Therapie beginnt mit der Prophylaxe

Die Intensität des individuellen Schmerzempfindens wird nicht unerheblich von gemachten Erfahrungen in der Kindheit geprägt. Eine ehrliche Aufklärung hilft, Schmerz zu vermeiden. Dabei kann auch das Apothekenteam einen Beitrag leisten.
AutorKontaktElke Wolf
Datum 28.04.2026  12:00 Uhr

Mittelohrentzündung, fiebrige Infekte, Kopfschmerzen, Zahnen, Verletzungen: Es gibt viele Gründe, warum sich Eltern besorgt an ihre Apotheke wenden, wenn der Nachwuchs Schmerzen hat. »Diese Indikationen betreffen ganz oft die Selbstmedikation. Insofern sind Apotheken wichtige Schaltstellen«, sagte Dr. Miriam van Buiren von der Pädiatrischen Hämatologie und Onkologie des Universitätsklinikums Freiburg beim digitalen Schwarzwälder Frühjahrskongress der Landesapothekerkammer Baden-Württemberg.

Studien bestätigten immer wieder, dass Kinder in der Selbstmedikation zunächst »eher subtherapeutisch als überdosiert« würden. Im Glauben, die Therapie sei ineffektiv, neigten jedoch sowohl Eltern als auch Mediziner in der Folge dazu, auf eine Wechseltherapie mit Paracetamol/Ibuprofen oder auf ein höher potentes Analgetikum zu setzen. »In den allermeisten Fällen reicht das Ausreizen der Einzel- beziehungsweise der Tagesmaximaldosen der beiden Arzneistoffe aus, um Schmerzen und Fieber zu bekämpfen. Besser eine Substanz richtig als zwei jeweils unterdosiert«, lautete das klare Statement der Kinder- und Jugendärztin. Sie empfahl, sich bei den Dosierungen nach dem Gewicht zu richten; Altersangaben seien unzureichend.

Van Buiren betonte, wie wichtig eine adäquate Analgesie ist. »Kinder erleben Schmerz nicht weniger intensiv als Erwachsene. Erfahrungen prägen die Intensität des individuellen Schmerzempfindens. Schmerz ist eben kein physisch isoliertes Phänomen, sondern kann unbehandelt Stressreaktionen verstärken, Schlafstörungen verursachen, Angst vor medizinischen Maßnahmen fördern oder eine Chronifizierung begünstigen. Schmerztherapie beginnt mit der Prophylaxe. Deshalb kann das Apothekenteam mit dem richtigen Ton in der Beratung quasi präventiv wirken!« Das Youtube-Video des Deutschen Kinderschmerzzentrums in Datteln »Den Schmerz verstehen – und was zu tun ist in 10 Minuten« vermittelt den präventiven Ansatz.

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