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Schmerzen im Kindesalter
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Therapie beginnt mit der Prophylaxe

Die Intensität des individuellen Schmerzempfindens wird nicht unerheblich von gemachten Erfahrungen in der Kindheit geprägt. Eine ehrliche Aufklärung hilft, Schmerz zu vermeiden. Dabei kann auch das Apothekenteam einen Beitrag leisten.
AutorKontaktElke Wolf
Datum 28.04.2026  12:00 Uhr

Medikamentöse Hilfestellung

Sie hält es durchaus für angemessen, ängstlichen Kindern und Jugendlichen vor einer Blutabnahme ein Lokalanästhetikum in Creme- oder Pflasterform zu empfehlen. Wichtig sei eine ausreichend lange Einwirkzeit von mindestens 45, besser noch 60 Minuten. »Nur zehn Minuten bringen keine Schmerzlinderung. Im Gegenteil, es führt nur dazu, dass die Kinder meinen, es bringe eh nichts.« Das Problem aufgequollener Hautpartien und damit schwer auffindbarer Venen vermeidet man, indem das Pflaster einige Minuten vor dem Arztbesuch abgenommen wird. »Das Unterhautfettgewebe regeneriert sich in dieser Zeit; Lidocain oder Prilocain wirken aber immer noch betäubend«, erklärte die Medizinerin.

Was ist von der prophylaktischen Antipyrese vor einer Impfung zu halten? »Das lehnen wir ab, auch wenn viele Kinder auf Impfungen mit Fieber reagieren. Die Antikörperantwort könnte möglicherweise reduziert sein«, so van Buiren. Anders sehe die Sache aus, wenn sich die Einstichstelle nach der Impfung rötet und anschwillt. Dann leiste Ibuprofen gute antiinflammatorische Dienste.

Zahnungsschmerzen bezeichnete die Referentin als »häufige Verlegenheitsdiagnose bei unklaren Beschwerden«. In aller Regel komme man mit physikalischen Maßnahmen zurecht. Lokalanästhetika-haltige Zahnungsgele sollten nicht über längere Zeit verabreicht werden.

Kopfschmerzen sind laut der Referentin ein weiteres wichtiges Beratungsthema in der Apotheke. »Bei kleinen Kindern muss unbedingt der Ursache für Kopfschmerzen auf den Grund gegangen werden. Steckt eine Ohrentzündung, eine Meningitis oder ein Zahnabszess dahinter? Ein Gehirntumor ist dagegen im Kleinkindalter äußerst selten«, beruhigte die Expertin. Bei Jugendlichen seien Kopfschmerzen meist multifaktoriell bedingt, würden nicht selten chronisch oder stellten sich bei genauerer Diagnostik als Migräne heraus. »In jedem Fall ist das Führen eines Kopfschmerztagebuchs ein guter Rat, um gewisse Regelmäßigkeiten herauszufinden und um einem Medikamentenübergebrauch vorzubeugen.« Neurologische Auffälligkeiten, Nüchternerbrechen sowie hohes Fieber erfordern eine ärztliche Abklärung.

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