Sommer, Sonne, Sonnencreme – aber was ist mit Vitamin D? Sonnenschutz hält UV-Strahlung von der Haut fern, was die Vitamin-D-Synthese beeinträchtigen könnte. In der Beratung stellt sich häufig die Frage, wie relevant das im Alltag ist.Vitamin D3reguliert über den Calcium‑ und Phosphatstoffwechsel die Knochenmineralisationunterstützt die Muskelkraft und Funktion des Immunsystemskörpereigene Bildung über UV‑B‑Strahlung der Sonne auf der Hautüber Lebensmittel nur in geringen Mengen verfügbar (wie Fettfisch, Eier, Pilze)Sonnenlichtje nach Hauttyp und Jahreszeit mehrmals wöchentlich Gesicht, Hände und Arme 5 bis 25 Minuten unbedeckt der Sonne aussetzen (Sonnenbrand vermeiden)etwa 80 bis 90 Prozent des Bedarfs können so gedeckt werdenSäuglinge unter einem Jahr nicht der direkten Sonne aussetzen (fehlender Eigenschutz)Angemessene ZufuhrSchätzwert der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) bei fehlender endogener Vitamin‑D‑SyntheseSäuglinge: 10 µg (400 I. E.) täglichKinder ab einem Jahr, Jugendliche und Erwachsene: 20 µg (800 I. E.) täglichRisikogruppenältere Menschen, insbesondere bei eingeschränkter Mobilitätchronisch KrankePersonen mit wenig Aufenthalt im FreienMenschen, die ihren Körper weitgehend bedeckenPersonen mit dunkler HautfarbeSäuglinge im ersten LebensjahrRachitisprophylaxe400 bis 500 I. E. Vitamin D täglichab Ende der ersten Lebenswoche bis zum zweiten erlebten FrühsommerTropfen oder Tabletten zum Auflösen; vollständiges Auflösen beachten (wie Vigantol® Öl, Vigantoletten®)Kombinationspräparate mit Fluorid verfügbar (wie D‑Fluoretten®); nach Zahndurchbruch Umstellung auf ein Monopräparat plus fluoridhaltige ZahnpastaHochdosiertes Vitamin D auf RezeptHochdosis‑Präparate mit 20.000 oder 40.000 I. E. (wie Dekristol®)nur nach ärztlicher Verordnungbei nachgewiesenem Mangel oder bestimmten Erkrankungen (wie Osteoporose)Dosierung und Einnahmeintervall ärztlich festgelegt (wie wöchentlich oder monatlich)Sommer und Winter im Sommer meist ausreichende EigenbildungSonnencreme reduziert die Synthese, Versorgung dennoch meist ausreichendvon Oktober bis März in Deutschland meist keine ausreichende UV-B-StrahlungVitamin D wird in Fett- und Muskelgewebe gespeichert, Versorgung im Winter häufig nicht ausreichendbei Bedarf niedrig dosierte Vitamin-D-Arzneimittel möglich (wie Dekristolvit®, Vigantol®, Colecalciferol Hevert®)Tolerierbare Obergrenzemaximale tägliche Aufnahmemenge aus allen Quellenkeine Zufuhrempfehlung, sondern Sicherheitsgrenze0 bis 6 Monate: 25 µg (1.000 I. E.) täglich7 bis 11 Monate: 35 µg (1.400 I. E.) täglich1 bis 10 Jahre: 50 µg (2.000 I. E.) täglichab 11 Jahren und Erwachsene: 100 µg (4.000 I. E.) täglichZu wenig Vitamin DStörungen der Knochengesundheit (Rachitis, Osteomalazie Osteoporose)Muskelschwäche und erhöhtes Sturzrisiko, insbesondere bei Älterenleichter Schutz vor akuten Atemwegsinfektionen bei Kleinkindern/Jugendlichen durch niedrige tägliche Dosenbei Stoffwechselstörungen , Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, Depressionen, Autoimmun- undInfektionskrankheiten : kausaler Zusammenhang mit Vitamin-D-Versorgung nicht eindeutig belegtÜberdosierungRisiko bei regelmäßiger Einnahme hoher Dosen (≥ 100 µg/Tag)Erhöhung der Calciumwerte im Blut möglich: Müdigkeit, Muskelschwäche, Übelkeit,Herzrhythmusstörungen, GewichtsverlustSpätfolgen: Nierensteine, Nierenverkalkung, eingeschränkte Nierenfunktion