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Wann wird die Beziehung zur KI problematisch?

Wenn Künstliche Intelligenz zum digitalen Freund wird, sollten Eltern genauer hinschauen. Darauf macht die Medienkompetenz-Initiative »Flimmo« anlässlich des Safer Internet Day aufmerksam.
AutorKontaktdpa
Datum 09.02.2026  17:00 Uhr

Chatbots sind für viele Kinder und Jugendliche mittlerweile tägliche Begleiter. Sie unterstützen zum Beispiel bei den Hausaufgaben oder beim Lernen. Manchmal geht die Beziehung zwischen Kind und KI aber deutlich tiefer. Da wird der Chatbot zum Vertrauten, spendet Trost in schwierigen Lebenslagen, gibt Ratschläge, ohne zu urteilen, und ist einfach immer da. Aber: »Es ist wichtig, Kindern zu vermitteln: Hinter vermeintlicher Nähe steckt nur ein Programm. Echte Gefühle und der Austausch mit anderen Menschen sind nicht ersetzbar«, so Thorsten Schmiege, Präsident der für Flimmo hauptverantwortlichen Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM).

Problematisch wird die Freundschaft zwischen KI und Kind der Initiative zufolge dann, wenn Kinder erleben, dass Gespräche mit echten Menschen anstrengender sind als mit einem Chatbot. Es bestehe die Gefahr, dass sie die KI bevorzugen. Darunter können auf lange Sicht auch Kompetenzen wie Konfliktlösung, kritisches Denken und der Umgang mit anderen Meinungen leiden. Auch eine emotionale Abhängigkeit sei möglich, so die Experten von Flimmo.

Datenschutz und Sicherheit sind ebenfalls kritische Punkte: Persönliche Informationen, die Kinder und Jugendliche mit Chatbots teilen, können weitergegeben werden. Und: Im schlimmsten Fall geben KI-Chatbots problematische oder gefährliche Ratschläge — etwa im Zusammenhang mit Essstörungen und anderen psychischen Erkrankungen.

Erklären und zuhören

Was sollten Eltern mit Blick auf die KI-Nutzung ihrer Kinder beachten? »Flimmo« empfiehlt drei Ansatzpunkte:

  • Erklären: Wie funktioniert KI? Das sollten Eltern ihren Kindern verständlich machen. Wichtig sei, darauf einzugehen, dass Chatbots keine Gefühle und kein echtes Verständnis haben und Antworten durch Berechnungen entstehen — nicht durch Mitgefühl.
  • Echte Beziehungen pflegen: Eltern sollten ihren Kindern vermitteln, dass Freundschaften und soziale Kontakte unersetzbar sind. Und zwar in allen Facetten: Dazu gehören eben auch Auseinandersetzungen, Enttäuschungen und Versöhnung.
  • Im Gespräch bleiben: Eltern sollten sich Zeit für ihre Kinder nehmen und aufmerksam zuhören. »Wenn Kinder sich gesehen und ernst genommen fühlen, verlieren digitale ›Zuhörer‹ an Bedeutung«, heißt es von der Initiative.

Auch Eltern sollten ihre KI-Nutzung reflektieren

Übrigens: Auch Eltern sollten sich kritisch mit ihrer eigenen KI-Nutzung auseinandersetzen, etwa wenn Chatbot als Erziehungsratgeber zum Einsatz kommen. Fragen Eltern etwa nach Leitlinien zur Mediennutzung ihrer Kinder, sollten sie die Quellen der KI immer überprüfen. Darauf macht das Präventionsnetzwerk »Sucht.Hamburg« aufmerksam.

Eltern sollten sich zudem bewusst machen, dass KI-Chatbots in ihren Antworten meist allgemein bleiben und nicht schaffen, zu differenzieren. Jedes Kind und jede Familie bringe aber unterschiedliche Voraussetzungen und Bedürfnisse mit. »Eltern stehen daher vor der Herausforderung, KI bewusst als unterstützendes Werkzeug zu nutzen, ohne Verantwortung oder komplexe Entscheidungen an sie auszulagern«, heißt in einer Mitteilung des Netzwerks.

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