Rückenschmerzen bei Kindern sind meist nicht auf den Schulranzen zurückzuführen. / © Getty Images/champpixs
Viele Stunden am Tag auf dem Stuhl verbringen: Das ist Alltag für alle, die im Büro arbeiten – und auch für Schulkinder. Zwickt es beim Nachwuchs im Rücken, ist daher meist nicht der Schulranzen der Übeltäter, sondern fehlende Bewegung. Darauf machen die Fachleute der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) aufmerksam.
Und es gibt ihnen zufolge einen weiteren typischen Rückenschmerz-Auslöser bei Kindern und Jugendlichen. Neigt sich der Kopf bei der Benutzung von Tablets und Smartphones über längere Zeit nach vorn, kann das die Muskulatur im oberen Rücken überlasten und für fiese Verspannungen sorgen.
Oft gehen sie von allein wieder weg. Halten die Schmerzen über mehrere Wochen an oder treten auch im Ruhezustand oder nachts auf, sollten sie bei einer Orthopädin beziehungsweise einem Orthopäden abgeklärt werden, rät die DGOU. Am besten kommt es aber erst gar nicht so weit. Wofür Eltern ihre Kinder sensibilisieren können:
Bewegung ist der beste Schutz vor Rückenschmerzen. Ein guter Hebel ist hier der Schulweg: Legt das Kind ihn zu Fuß oder auf dem Fahrrad zurück, ist eine Portion Bewegung am Tag bereits gesetzt. Ebenfalls auf das Bewegungskonto zahlen ein:
Auch Mini-Einheiten zählen. »Entscheidend ist, dass Bewegung selbstverständlich zum Alltag gehört und Sitzzeiten immer wieder unterbrochen werden«, so DGOU-Generalsekretär Professor Bernd Kladny.
Auch wenn der Schulranzen selten der Übeltäter ist: Es lohnt dennoch, darauf zu achten, dass das Kind sein Schulzeug möglichst rückenfreundlich von A nach B trägt. Eine wichtige Regel hier: Schwere Gegenstände sollten möglichst nah am Rücken verstaut werden.
Gut ist auch, wenn Eltern ihr Kind dafür sensibilisieren, dass es Ranzen oder Schulrucksack lieber nicht nur auf einer Schulter durch die Welt trägt, sondern auf beiden. Einseitiges Tragen bedeutet nämlich eine unnötige Belastung für Schultern und Wirbelsäule, so die DGOU.