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Blasenentzündung vorbeugen
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Was können Immuntherapien?

Für Frauen, die immer wieder unter Harnwegsinfekten leiden, scheint effektive, dauerhaft wirksame Hilfe mitunter aussichtslos. Für viele bleiben Antibiotika bei den ersten Symptomen und nur für kurze Zeit die einzig wirksame Option. Aber wie sieht das mit Immuntherapien aus?
AutorKontaktIsabel Weinert
Datum 28.08.2026  12:00 Uhr

Das hierzulande am besten untersuchte Medikament zur oralen Immunstimulation ist Uro-Vaxom® (OM-89). Es enthält abgetötete Zellbestandteile von 18 verschiedenen Escherichia-coli-Stämmen. Wer eine Kapsel pro Tag über drei Monate hinweg einnimmt, kann sich erhoffen, dass die Abwehr der Schleimhäute verstärkt gegen Keime vorgehen kann. Die Therapie kann wiederholt werden.

Die Wirksamkeit führt man auf die Schleimhautkontakte des Medikaments zunächst im Darm zurück. Die Bakterien stoßen dort auf dendritische Zellen und Makrophagen. Dieser Kontakt trainiert die Abwehr, die Immunzellen stimulieren B- und T-Lymphozyten dazu, spezifische Antikörper herzustellen. Über die Blutbahn gelangen sie auch in die Schleimhäute der Harnwege und sollen sich im Urin anreichern. Gelangt Escherichia coli über die Harnröhre in die Blase, verhindern die lokal in hoher Konzentration anwesenden Antikörper, dass sich E. coli an die Blasenschleimhaut heften kann und diese mit einer Entzündung reagiert.

Allerdings zeigen neuere Metaanalysen, dass der Effekt im Laufe der Zeit nachlässt und schwächen damit ältere Daten ab, die von einer Reduktion der Rezidivrate um rund 30 bis 40 Prozent ausgingen. Das ändert jedoch nichts daran, dass dem Medikament in der AWMF-S3-Leitlinie zu unkomplizierten Harnwegsinfektionen bei Erwachsenen (2024) der Evidenzgrad B zugesprochen wird. »B« in medizinischen Leitlinien bedeutet eine mittlere Empfehlung. Experten geben dieses »sollte« an, wenn zwar gute klinische Studien vorliegen, aber keine optimalen randomisierten Studien oder wenn sich deren Resultate nicht direkt auf die konkrete Fragestellung übertragen lassen.

Bekommt eine Patientin Uro-Vaxom verordnet, dann können PTA folgende Tipps geben: die Kapsel täglich morgens nüchtern mit etwas Flüssigkeit einnehmen, mindestens 30 Minuten Abstand zur ersten Mahlzeit einhalten und das Medikament wirklich konsequent einnehmen, damit sich der Schutz sicher aufbauen kann. Das Präparat ist zugelassen ab dem 4. Lebensjahr. Als häufigste Nebenwirkungen treten in einem bis zehn von 100 Fällen Verdauungsstörungen, Kopfschmerzen und/oder Übelkeit auf.

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