Partner können noch mehr tun: Raum für Erholung schaffen etwa. In den Wechseljahren läuft das Leben mit vollem Tempo weiter: Job, Familie, Haushalt, vielleicht die Pflege eines Elternteils. Doch Schlafstörungen und Co. führen dazu, dass Frauen in den Wechseljahren oft weniger Energie haben. Die Expertin rät Männern daher, ihre Partnerin zu fragen, wie sie sie am besten unterstützen können – etwa nach dem Motto: »Ich sehe, dass es dir gerade nicht gut geht. Wie kann ich dich heute entlasten?«
Nicht zuletzt sind die Wechseljahre oft eine Zeit, in der Frauen ihre Lebensgewohnheiten umstellen. Ein Beispiel: Mehr Bewegung ins Leben holen, um etwa dem steigenden Osteoporose-Risiko oder einer Gewichtszunahme etwas entgegenzusetzen. Nina Bock rät dazu, diese Veränderungen gemeinsam anzugehen. »Davon, zweimal in der Woche ins Fitnessstudio zu gehen, profitiert auch die Gesundheit des Mannes.«
Worauf Männer sich ebenfalls einstellen müssen: dass ihre Partnerin die Partnerschaft hinterfragt. Dabei spielt auch der Rückgang des Hormons Östrogen, das antidepressiv wirkt, eine Rolle. »Wenn das wegfällt, hat eine Frau vielleicht einen ungeschönten Blick auf die tatsächlichen Zustände«, sagt Nina Bock. »Das ist nicht unbedingt falsch.«
So stellt manche Frau auf einmal fest: »Ich habe mich die ganze Zeit aufgeopfert für Kinder, Partnerschaft und Job – jetzt bin ich dran. Nicht umsonst gehen in den Wechseljahren viele Partnerschaften auseinander«, sagt Nina Bock.
Es geht aber auch anders. »Wenn der aufgeklärte Partner seine Frau einfach unterstützt und versteht, was los ist, stehen die Chancen gut, dass man als Paar gestärkt aus dieser Phase herausgeht«, sagt Nina Bock. Ehrlicher, tiefer, enger: Die Wechseljahre bieten für die Partnerschaft auch Chancen.