Wer feststellt, dass da tatsächlich nie ein Bedürfnis nach romantischer Liebe war, findet in dem Label »aromantisch« vielleicht einen gewissen Frieden. Schließlich sehen wir überall Romantik, nicht zuletzt in Film und Fernsehen. Da kann schon die Frage aufkommen, ob denn mit einem selbst etwas nicht stimmt, weil man sich danach so gar nicht sehnt. »Mit dem Label habe ich einen Namen dafür und kann mich mit etwas identifizieren, und das gibt Sicherheit«, so Coordes.
Ein geeigneter Indikator, zu erkennen, ob man wirklich aromantisch ist, ist laut dem Psychologen deswegen: »Ist das für mich etwas Gutes, wenn ich das Label habe? Fühle ich mich dann leichter und entspannter?« Lautet die Antwort Ja, erleichtert das auch die Suche nach Gleichgesinnten. Online gibt es Communitys, die sich über ihre Erfahrungen austauschen.
Und: Zu wissen, dass man aromantisch ist, kann bei der Suche nach Sexualpartnern helfen. Denn wer aromantisch ist, ist nicht automatisch auch asexuell. Die eigene Identität zu kommunizieren, kann dann Missverständnissen vorbeugen.