Das DAV-Wirtschaftforum findet in Berlin am 5. und 6. Mai 2026 statt. Die politische Lage stellte Hans-Peter Hubmann, DAV-Vorsitzender, vor. / © DAV/Ansgar Schwarz
Zwischen größtenteils stagnierendem Honorar und steigenden Ausgaben bestehe ein deutliches Missverhältnis, führte Eckart Bauer, Bereichsleiter Wirtschaft und Soziales bei der ABDA, aus. So seien die Personalkosten in Apotheken seit 2013 um knapp 88 Prozent gestiegen, die Sachkosten um 55 Prozent.
Im Durchschnitt hat eine Apotheke 2025 laut Apothekenwirtschaftsbericht rund 4 Millionen Euro umgesetzt, wobei rund 62 Prozent der Apotheken darunter liegen. Aufgrund der Ausreißer am oberen Ende müsse ein Umsatz von 3,1 Millionen Euro als typisch angesehen werden, erläuterte Bauer. Der Wareneinsatz sei inzwischen auf über 80 Prozent gestiegen, vor 20 Jahren lag er noch bei knapp über 70 Prozent.
Beim Betriebsergebnis konnten sich die Apotheken mit durchschnittlich 168.000 Euro nur leicht gegenüber dem Vorjahr verbessern (162.000 Euro), wobei das steuerliche Betriebsergebnis mit 4,2 Prozent des Nettoumsatzes weiter rückläufig ist. Grundlage der Zahlen ist das Treuhand-Datenpanel der ABDA, das rund 2400 testierte tatsächliche Betriebsergebnisse enthält.
Besorgniserregend ist die hohe Zahl an Apotheken im roten Bereich: Etwa 7 Prozent hatten 2025 ein negatives Betriebsergebnis, ein Viertel kommt nicht über 100.000 Euro hinaus. Damit liegen die Inhaber häufig schon unter den Bruttolohnkosten eines angestellten Krankenhausapothekers im öffentlichen Dienst.
»Für eine gute Versorgung brauchen wir starke Apotheken. Und für starke Apotheken brauchen wir wirtschaftliche Stabilität, verlässliche politische Rahmenbedingungen und die heilberufliche Weiterentwicklung«, sagte Dr. Hans-Peter Hubmann, DAV-Vorsitzender, in seinem politischen Lagebericht: »Schauen wir auf die Apotheken, dann ergibt sich ein alarmierendes Bild. Jede Apotheke, die schließen muss, ist ein Verlust von freiberuflicher Existenz, von wohnortnahen Arbeitsplätzen vornehmlich für Frauen und fehlende Versorgung vor Ort für die Menschen.«
Die Ursache liege auf der Hand – die chronische Unterfinanzierung der Apotheken. Seit 2013 sei das Fixum nicht erhöht worden. Es gebe zwar Bekenntnisse seitens der Politik die Erhöhung anzugehen, doch müssten Taten folgen. »Daher fordern wir unmissverständlich die Erhöhung des Fixums auf 9,50 Euro spätestens zum 1. Juli 2026!“.