Schlechter Schlaf kann die Konzentrationsfähigkeit ebenfalls beeinträchtigen. Eine Metaanalyse von 44 Studien zeigte, dass bereits eine Nacht mit nur zwei bis sechs Stunden Schlafmöglichkeit die Daueraufmerksamkeit beeinträchtigte. Die Teilnehmenden reagierten langsamer und hatten häufiger Aussetzer bei ihrer Aufmerksamkeit. Nach einer schlechten Nacht ist daher bei sicherheitsrelevanten Tätigkeiten besondere Sorgfalt gefragt. Müdigkeit lässt sich nicht einfach durch den Vorsatz ausgleichen, sich besonders gut zu konzentrieren, aber das Bewusstsein für das Problem hilft, besonders gut aufzupassen.
Nicht jede Unterbrechung ist vermeidbar oder unnötig. Problematisch kann es aber werden, wenn anspruchsvolle Tätigkeiten immer wieder unterbrochen werden. Das verdeutlicht eine australische Studie mit 70 Intensivpflegekräften. In einer realitätsnahen Simulation bereiteten sie Medikamente zur intravenösen Gabe vor und verabreichten diese. Wer dabei zwölfmal unterbrochen wurde, machte etwa doppelt so viele klinische Fehler wie Pflegekräfte, die nur drei Unterbrechungen erlebten. Zwar lassen sich die Ergebnisse nicht unmittelbar auf Apotheken übertragen, sie verdeutlichen aber, warum möglichst störungsfreies Arbeiten gerade bei sicherheitsrelevanten Tätigkeiten wichtig ist.
PTA können gemeinsam mit dem Team überlegen, wie sich vermeidbare Störungen reduzieren lassen. Beispielsweise kann vereinbart werden, Kolleginnen und Kollegen während besonders anspruchsvoller Arbeitsschritte möglichst nur bei wichtigen Anliegen zu unterbrechen.
Um Ablenkungen zu vermeiden, kann es helfen, das private Smartphone außer Sicht aufzubewahren. Benachrichtigungstöne sind in der Apotheke ohnehin ausgeschaltet. Nachrichten können in der Pause abgerufen werden.
In einer Studie mit 237 Personen fühlten sich diejenigen, die ihre Benachrichtigungen nur dreimal täglich gesammelt erhielten, aufmerksamer, produktiver und weniger gestresst. Ein vollständiges Abschalten aller Benachrichtigungen war dagegen mit mehr Ängstlichkeit und der Sorge verbunden, etwas zu verpassen.