Die Temperaturen steigen – und mit ihnen nimmt bei vielen Patienten auch der Umfang der Knöchel zu. Venenprobleme sind jedoch nicht nur ein Sommerthema und erfordern eine konsequente evidenzbasierte Behandlung.Chronisch venöse InsuffizienzRückfluss von venösem Blut in den Beinvenendurch geschwächte Venenwände und insuffiziente Venenklappenerhöhter Venendruck, vor allem beim längeren Stehen oder Sitzen, was wiederum zur weiterenVerschlechterung der venösen Funktion führtUrsachenerblich bedingte Bindegewebsschwächehormonelle Veränderungen (etwa eine Schwangerschaft)fortgeschrittenes Lebensalterweibliches GeschlechtRauchen, Übergewicht sowie überwiegend stehende oder sitzende Tätigkeit können das Fortschreiten begünstigenSymptomeschwere, müde BeineSpannungsgefühle, JuckreizÖdeme, vor allem im Knöchelbereichnächtliche WadenkrämpfeZunahme der Beschwerden im TagesverlaufBesserung durch Hochlagern der Beinezunächst kleine Besenreiser, später sicht- und tastbare KrampfadernFortgeschrittene InsuffizienzVerhärtung der Haut durch Gewebeschädenglänzende Hautoberflächebräunliche Verfärbung der Haut durch EisenpigmenteStauungsekzemUlcus cruris venosum: schlecht heilendes Geschwür am Unterschenkel oder KnöchelMKS – medizinische KompressionsstrümpfeBasistherapie bei chronisch venöser Insuffizienz laut Leitlinieverbessern Blutfluss, fördern venösen Rücktransport und reduzieren Ödeme und Symptomekonsequentes tägliches Tragen entscheidend für den TherapieerfolgAuswahl der Kompressionsklasse abhängig vom Befundje nach Bedarf MKS nach Maß oder in SeriengrößeAusmessen der Beine möglichst morgensgesetzliche Kassen erstatten in der Regel zwei Paar pro JahrAnziehhilfen wie Gleitsocken oder Gummihandschuhe erleichtern Anwendunggeeignete Hautpflege zur Vorbeugung von Trockenheit unter den Strümpfen (etwa mit Bauerfeind®-Pflegeschaum, Hautpflegeprodukte von Medi®)Stützstrümpfe sind keine MKS, nur bei leichten Beschwerden von venengesunden Patienten geeignetPflanzliche Venenmittel reduzieren die Permeabilität der Gefäßwändewirken entzündungshemmendreduzieren Ödeme sowie subjektive Beschwerden wie Schmerzen, Schwere- und Spannungsgefühlstandardisiertes Rotes Weinlaub (z. B. Antistax® extra): 1- bis 2-mal täglich 360 mgRosskastanienextrakt (z. B. Venostasin® retard): 2-mal täglich 50 mgOxerutin (z. B. Venoruton® Intens): 2-mal täglich 500 mgevidenzbasierte Wirksamkeit vor allem für orale Präparate belegt; Gele und Cremes werden hingegen meist wegen ihres kühlenden Effekts als angenehm empfundenkontinuierliche Einnahme, Wirkeintritt meist erst nach mehreren (mindestens 2 bis 4) Wochenkönnen eine Kompressionstherapie sinnvoll ergänzenNicht medikamentöse Tippsregelmäßige Bewegung wie Gehen, Radfahren oder Venengymnastik (aktiviert die Muskelpumpe)mehrmals täglich für 15 bis 20 Minuten Beine hochlagern1,5 bis 2 Liter Wasser täglich trinkenkalte Güsse, Kneipp-Anwendungen oder Wechselduschenlanges Stehen oder Sitzen vermeiden, Beine nicht übereinanderschlagengegebenenfalls Körpergewicht reduzierenAb zum Arztwarme, juckende oder gerötete Beine: Verdacht auf Entzündung der oberflächlichen Venenstarke, plötzlich auftretende, einseitige Schwellung: Verdacht auf VenenthromboseAtemnot oder Schmerzen im Brustbereich: Verdacht auf Lungenemboliefortgeschrittene Venenschwäche mit Hautveränderungen, Verhärtungen oder offenen Wunden