| Isabel Weinert |
| 11.08.2026 16:00 Uhr |
Nach einer Schwangerschaft bleibt der Bauch in der Regel zunächst weicher und weiter nach vorne gewölbt, denn die Bauchmuskeln wurden stark gedehnt und finden nicht einfach so wieder in ihre ursprüngliche Form zurück. Mitunter verursacht auch eine sogenannte Rektusdiastase eine bleibende Vorwölbung. Das zeigt sich eher entlang der Bauchmitte und besonders, wenn die Frau sich aufrichtet. Rückbildungsgymnastik, eine spezielle Physiotherapie und ein gezieltes Training der tiefen Bauchmuskulatur können wieder für die ursprünglichen Verhältnisse im Bauchraum und Unterleib sorgen. Betroffene Frauen machen besser kein Krafttraining auf eigene Faust, denn zum Beispiel klassische Sit-ups können kontraindiziert sein.
Bei Frauen erhöht sich die Zahl gutartiger Veränderungen der Gebärmutter zwischen dem 30. und dem 50. Lebensjahr. Handelt es sich dabei um Myome, also um gutartige Muskelknoten, dann bereiten die kleinen in der Regel keine Beschwerden. Die größeren allerdings können den Unterbauch sichtbar vergrößern und auch auf Blase oder Darm drücken. Mögliche Myomsymptome sind starke oder auch längere Menstruationsblutungen, ein häufiger Harndrang und/oder ein Druckgefühl im Becken. Abhängig von Größe und Lage des Myoms warten Frauenärzte entweder beobachtend ab oder das Myom muss gar operativ entfernt werden.
Neben den Myomen zeigen sich in dieser Lebensphase häufiger Zysten an den Eierstöcken. Sogenannte funktionelle Zysten, also flüssigkeitsgefüllte Hohlräume, die mit dem Rhythmus des Zyklus größer und kleiner werden, verschwinden oft von selbst wieder. Bereitet eine größere Zyste aber Unterbauchschmerzen, Schmerzen beim Sex und ein Druckgefühl, müssen Gynäkologen das weitere Vorgehen mit der Patientin besprechen. Plötzlich einsetzende, sehr starke Schmerzen können auf einen verdrehten Eierstock hinweisen. Das ist immer ein Notfall.
Sinkt der Östrogenspiegel im Rahmen der Wechseljahre, dann verteilt sich bei vielen Frauen das Körperfett um. Von der weiblichen Formgebung hin scheint das Fett wie von Zauberhand plötzlich vermehrt am Bauch zu siedeln. Es ist nicht einfach, diesem neuen (Unterbauch-)Fettgewebe Einhalt zu gebieten. Eine weitere Ansammlung lässt sich bremsen, wenn Frau berücksichtigt, dass sie mit dem Ausbleiben der Regel um die 200 bis 300 Kilokalorien pro Tag weniger braucht. Diese Energie nutzte der Körper vorher für den weiblichen Zyklus.
Weniger essen, aber nicht zu wenig und das Richtige, lautet ein Rat. Der andere dreht sich um Krafttraining. Mehr Muskeln verbrauchen mehr Energie, so einfach ist die Gleichung. Zudem lässt Muskulatur auch das Fett darüber etwas straffer erscheinen. Es gibt Hinweise dafür, dass Frauen, die eine Hormonersatztherapie machen, weniger Bauchfett ansetzen, die Figur bleibt eher weiblicher. Allerdings ist das keine Indikation für den Hormoneinsatz.
Ein weiterer Aspekt ist das Absinken von Gebärmutter, Blase oder Darm in den Wechseljahren. Sie rutschen dann tiefer ins kleine Becken, der Unterbauch wirkt dicker.