| Juliane Brüggen |
| 19.06.2026 08:00 Uhr |
Von den transmukosalen Arzneiformen abzugrenzen sind die peroralen festen Arzneiformen zur schnellen Freisetzung. »Sie sind dazu bestimmt, im Mund zu zerfallen und dann in der Regel ohne weitere Flüssigkeitsaufnahme geschluckt zu werden«, so Reichl. Im Fokus stehe die sehr kurze Zerfallszeit.
Man unterscheidet hierbei drei Arzneiformen:
Ein Fakt, den laut Reichl auch die Patienten kennen sollten: Bei diesen Arzneiformen wird der Wirkstoff geschluckt und in der Regel im Gastrointestinaltrakt resorbiert, also nicht transmukosal aufgenommen. Und: »In der Regel haben wir keinen schnelleren Wirkeintritt als bei normal schnellfreisetzenden Tabletten, manchmal ist er sogar noch langsamer.« Grund hierfür sei, dass kein zusätzliches Wasser eingenommen wird.
Die schnell zerfallenden Arzneiformen eignen sich vor allem bei Erkrankungen, die mit Übelkeit und Erbrechen einhergehen (Beispiel Imodium® akut lingual), für Psychopharmaka und insbesondere Neuroleptika (Beispiel Zyprexa® Velotab Schmelztabletten) oder wenn das Schlucken von Tabletten nicht möglich ist, zum Beispiel bei Kindern oder Erkrankungen, die mit Schluckbeschwerden einhergehen.
Als Beispiel für eine neuere Entwicklung nannte Reichl Enalapril-Schmelztabletten (Aqumeldi®), die zur Behandlung von Herzinsuffizienz bei Kindern ab der Geburt bis zu einem Alter von 18 Jahren zugelassen sind. Die sehr kleinen Schmelztabletten (Ø 2 mm) werden auf die Zunge oder in die Wangentasche gelegt und lösen sich dort auf. Wenn die Anfangsdosis weniger als 0,25 mg beträgt, besteht zudem die Möglichkeit, die Tablette à 0,25 mg in einer 10-ml-Applikationsspritze aufzulösen und das der Dosis entsprechende Volumen zu verabreichen.