Das 19. Jahrhundert schließlich führte zur industriellen Lebensmittelverarbeitung und Massenproduktion. Superphosphat, der erste industrielle Kunstdünger, sorgte für einen massiven Anstieg landwirtschaftlicher Erträge. Anfang des 20. Jahrhunderts ebnete dann das Haber-Bosch-Verfahren den Weg in die Großproduktion von synthetischem Stickstoffdünger.
Durch den Ausbau des Eisenbahnnetzes dehnte sich der Binnenhandel von Lebensmitteln wie Getreide, Gemüse oder Wein über weite Strecken aus. Und mit Beginn der Dampfschifffahrt erreichten Gewürze, Tee, Kaffee und Kakao nun auch die breite Bevölkerung.
Die Erfindung der Hitzekonservierung in Gläsern, später in Weißblechdosen, durch den französischen Hofkoch Nicolas Appert brachte immense Fortschritte in der Haltbarmachung von Lebensmitteln. Mit der Umwandlung von Rindfleisch in einen nahrhaften Fleischextrakt gelang dem deutschen Chemiker Justus von Liebig 1847 ebenfalls eine zukunftsweisende Innovation. Bald darauf entwickelte Louis Pasteur die nach ihm benannte Pasteurisierung: Durch kurzzeitiges Erhitzen werden Keime abgetötet, Nährstoffe und Geschmack bleiben dabei weitgehend erhalten.
Die Kette King Kullen eröffnete 1930 den ersten Supermarkt der Welt in New York. Erstmals wurden hier verschiedene Lebensmittel wie Fleisch, Obst, Gemüse und Backwaren unter einem Dach angeboten. Die Kunden konnten die Waren selbst aus den Regalen nehmen und an einer Kasse bezahlen.
Nach dem Zweiten Weltkrieg etablierte sich das neue Geschäftsmodell auch allmählich in Deutschland. Anfang der 1950er-Jahre gab es hierzulande knapp vierzig Selbstbedienungsläden. Der erste richtige Supermarkt nach dem US-Vorbild wurde allerdings erst am 26. September 1957 in der Kölner Rheinlandhalle eröffnet.
Während ab dem 18. Jahrhundert in Deutschland bereits Eiskeller zur Kühlung von Lebensmitteln – mit im Winter mühevoll beschafftem Natureis – genutzt worden waren, wurde mit Carl von Lindes Kältemaschine die Idee für den späteren Kühlschrank geboren. Ende des 19. Jahrhunderts erfand Julius Maggi als preiswerten Ersatz für Fleischextrakt die nach ihm benannte Maggiwürze, die heutzutage noch immer in der schon damals typischen Flasche angeboten wird.
Um den Nährstoffmangel der Arbeiterklasse während der Industrialisierung zu bekämpfen, konnten damit eiweißreiche, aber geschmacklose Eintöpfe aus Hülsenfrüchten aufgewertet werden. Mit der Erbswurst zur günstigen und nahrhaften Verpflegung von Soldaten und Arbeitern wurde wenige Jahre später die erste deutsche Fertigsuppe entwickelt. Bis 2018 war diese Trockenmischung aus Erbsenmehl, Speck, Rinderfett, Zwiebeln und Gewürzen noch im Handel.
In Frankreich wurde fast zeitgleich unter dem Namen »Beurre economique«, ein Gemisch aus Schlachtfetten, Milch und Wasser, zum Patent angemeldet – die Geburtsstunde der Margarine. Pflanzliche Öle konnten ab Anfang des 20. Jahrhunderts gehärtet und für Aufstriche verwendet werden, bald darauf kamen dann synthetische Emulgatoren zum Einsatz.
Auch zwei Süßungsmittel hielten schon früh Einzug in die Ernährung: Nachdem Saccharin erstmals Ende des 19. Jahrhunderts synthetisiert worden war, wurde Cyclamat in den 1930er-Jahren bei Forschungen zu einem fiebersenkenden Arzneistoff entdeckt. Erste Verzehrempfehlungen für Kohlenhydrate, Fette und Eiweiße wurden bereits um 1900 formuliert.