Was bringen Vitamin C, Ruhe, Eis, warmes Bier und Nasenspray bei Erkältung wirklich? / © Adobe Stock/nyul
Wo man auch hinhört: Es hustet und schnieft wieder überall. Die Erkältungszeit hat begonnen und mit den Viren verbreiten sich auch die guten Ratschläge – ob aus dem Internet oder von Oma. Wir haben zwei Expertinnen gefragt, was genau an acht typischen Aussagen rund um Erkältungen dran ist.
Stimmt teilweise. Wer friert, wird aber nicht automatisch krank. Denn dafür braucht es Viren. »Aber es ist schon so, dass es die Abwehrkräfte des Körpers ein Stück weit beeinträchtigt, wenn man auskühlt oder friert«, sagt Eva Hummers. Sie ist Direktorin des Instituts für Allgemeinmedizin der Universitätsmedizin Göttingen und Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM).
Auch die Weisheit »Mit nassen Haaren sollte man nicht in die Kälte gehen« kommt nicht von ungefähr. »Es ist schon so, dass man über den Kopf schnell viel Wärme verliert«, sagt Eva Hummers. Doch auch hier gilt: ohne Viren keine Erkältung. Und: »Durch extrawarmes Anziehen kann man andersherum auch keine Erkältung verhindern.«
Stimmt nicht. »Aus der Forschung wissen wir schon lange, dass Vitamin-C-Präparate Erkältungen nicht vorbeugen können«, sagt Sonja Siegert. Sie ist stellvertretende Chefredakteurin des Ressorts Gesundheitsinformation am Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG).
Wer jedoch regelmäßig Vitamin C einnehme, könne die Dauer der Erkältungsbeschwerden um etwa 10 Prozent, beispielsweise von 10 auf 9 Tage verkürzen. »Fängt man erst zu Beginn der Erkältung an, Vitamin C zu nehmen, zeigte sich in Studien keine Wirkung«, so Sonja Siegert.
Übrigens: In aller Regel gelingt es über die Ernährung leicht, die empfohlene Vitamin-C-Zufuhr zu erreichen, heißt es von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Gute Vitamin-C-Lieferanten sind Zitrusfrüchte, Paprika, Kohl und Kartoffeln. Es gibt der Fachgesellschaft zufolge keinen Anlass, routinemäßig Vitamin-C-Präparate einzunehmen.