Innere (etwa gestörtes Mikrobiom, Stress) und äußere Faktoren, zum Beispiel UV-Strahlung, Hitze, starker Wind, scharfe Gewürze, Alkohol, Kosmetikinhaltsstoffe, können als Trigger wirken und einen Schub auslösen. Es kommt zu einer fehlgeleiteten Immunantwort und neurovaskulären Veränderungen in der Haut. Lämmerhirt rät neben einer stadiengerechten Therapie zu Hautschutz, sensibler Hautpflege und dem Meiden individueller Triggerfaktoren, zu Entspannungstechniken und einer angepassten Ernährung. Alkohol sollte gemieden werden, ebenso starke Gewürze, insbesondere Chili. Denn Scharfes reizt die Darmschleimhaut und macht den Darm wohl durchlässiger für Histamin – und das kann zu Rötung, Hitze, Schwellung und Juckreiz führen.
Wer an Rosazea erkrankt ist, sollte daher besser auch auf sogenannte Histaminliberatoren, welche die Ausschüttung von Histamin aus Zellen auslösen, sowie histaminhaltige Lebensmittel verzichten: Erdbeeren, Himbeeren, Orangen und andere Zitrusfrüchte, Bananen, Ananas, Kiwi, Birnen, Tomaten(soßen), sauer Eingelegtes, Fermentiertes, gereifter Käse wie Parmesan, Salami, Rohschinken, Hefegebäck sowie Fischkonserven und geräucherter Fisch. Rotes Fleisch (Rind, Schwein, Lamm) aus Weidehaltung oder Wild sind in kleinen Mengen okay, besser aber sind pflanzliche Eiweißquellen, Fisch oder helles Fleisch.
Bei der Psoriasis handelt es sich um eine chronisch-entzündliche Autoimmunerkrankung. Die Symptome zeigen sich vor allem an der Haut mit scharf begrenzten, geröteten und verdickten Hautstellen; diese sind bedeckt mit weißen Schuppen – oft an Ellenbogen, Knien, Kreuzbein, Gesäß und Kopfhaut, seltener an den Nägeln, Genitalien oder im Gesicht. Bei bis zu 30 Prozent der Betroffenen sind auch die Gelenke betroffen (Psoriasisarthritis). Umweltreize wie etwa kleine Verletzungen, chronischer und emotionaler Druck, Reibung, Infektionen, Medikamente, hormonelle Veränderungen, Tabak und Alkohol lösen Entzündungsreaktionen aus, wodurch sich die Hornzellen viel schneller als normal vermehren. Die obere Hautschicht ist verdickt und von einem Schuppengeflecht bedeckt.
Hautbild und Begleiterkrankungen wie Diabetes mellitus, Fettleber, Zöliakie lassen sich laut Lämmerhirt über eine entzündungshemmende Ernährung positiv beeinflussen: Betroffene sollten täglich Omega-3-reiche Fette zu sich nehmen, etwa aus Olivenöl, Leinöl, Avocado, Nüssen, Samen oder fettem Seefisch.
Omega-6-Fettsäuren (etwa in Sonnenblumen-, Distel-, Maiskeimöl) sollte man dagegen reduzieren. Tierische Fette etwa aus Speck, Wurst, Innereien, fettem Fleisch sowie fettreiche Milchprodukte, gehärtete Pflanzenfette (Margarine, Fertigprodukte, Frittiertes) und industriell zugesetzte Fructose gilt es zu meiden, ebenso Alkohol, der einen Schub triggern kann. Nährstoff- und ballaststoffreiches Vollkorn- und Pseudogetreide sollten Psoriasis-Patienten bevorzugen. Mageres, helles Fleisch und maximal drei Eigelbe pro Woche sind okay, die Verträglichkeit von fettarmen Milchprodukten sollte man individuell austesten.