| Verena Schmidt |
| 25.06.2026 08:00 Uhr |
Da Männer im Durchschnitt höhere Einkommen erzielen als Frauen, entschieden sich viele Familien eben auch aus wirtschaftlichen Gründen dafür, dass die Mutter die Betreuung übernimmt, schreibt die Apothekengewerkschaft Adexa in einem Online-Beitrag. »Damit verstärken bestehende Lohnunterschiede die ungleiche Verteilung der Sorgearbeit. Adexa kritisiert seit Jahren, dass solche Mechanismen die wirtschaftliche Benachteiligung von Frauen im Erwerbsleben weiter zementieren«, so die Gewerkschaft.
Dass die zwischenzeitlich von der Bundesregierung im Rahmen des GKV-Beitragsstabilisierungsgesetzes diskutierte Kürzung des Kinderkrankengeldes inzwischen vom Tisch ist, bewertet Adexa daher positiv. Eine Verringerung der Leistung hätte insbesondere Familien mit geringeren Einkommen getroffen und bestehende Ungleichheiten weiter verschärft.
Für die Apothekengwerkschaft ist die finanzielle Absicherung von Eltern eines der zentralen Themen im Sozialrecht. Kinderkrankengeld sei ein wichtiges Instrument, um Familien in Belastungssituationen zu unterstützen. »Die aktuellen AOK-Zahlen zeigen, dass auf dem Weg zu einer gleichberechtigten Aufteilung von Erwerbs- und Sorgearbeit noch erheblicher Handlungsbedarf besteht«, kritisiert Adexa.