| Barbara Döring |
| 16.03.2026 08:05 Uhr |
Der Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde und die Gesellschaft für Phytotherapie hat Ingwer zur Arzneipflanze des Jahres 2026 gewählt. Ausschlaggebend für die Wahl war die Neubewertung von Ingwer des Ausschusses für pflanzliche Arzneimittel (HMPC) der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA), der drei neue Einsatzgebiete für Ingwer in seine Bewertung aufgenommen hat: Vorübergehende Appetitlosigkeit sowie Linderung von Gelenkschmerzen und Erkältungssymptome.
Ingwer (Zingiber officinale Roscoe) ist eins der ältesten Gewürze und ein Jahrtausende altes Heilmittel in der traditionellen chinesischen Medizin. Das Gewürz ist ein Hauptbestandteil von Currymischungen und wird auch gerne frisch in der Küche verwendet. Der gelblich-braune Wurzelstock wird geschält und gerieben oder kleingeschnitten Speisen beigefügt oder als Tee zubereitet. Die Schale ist essbar, sollte aber vor dem Verzehr gründlich gereinigt werden.
Typisch ist der aromatische, zitronig-scharfe Geschmack: je kleiner Ingwer geschnitten wird, umso mehr Scharfstoffe treten aus und umso schärfer der Geschmack. Ingwer enthält mehr als 160 verschiedene Inhaltsstoffe. Darunter reichlich Vitamin C und sekundäre Pflanzenstoffe wie Gingerol, die nicht nur gegen Übelkeit helfen, sondern auch entzündungshemmende Wirkung zeigen. Viele Menschen schwören auf Ingwertee mit Honig bei Erkältungen. Laut einer dänischen Metaanalyse soll eine orale Ingwertherapie bei Arthrose Schmerz und Beweglichkeit bessern.
Frischer Ingwer hält sich am besten in einer Frischhaltetüte verpackt im Gemüsefach des Kühlschranks. Angeschnittene Knollen trocknen leicht aus und werden deshalb am besten in ein leicht feuchtes Tuch eingewickelt und dann luftdicht verpackt. Der Wurzelstock ist so bis zu drei Wochen haltbar. Ingwer ist auch genießbar, wenn sich bereits Triebe gebildet haben. Sie werden vor dem Verzehr einfach abgeschnitten. Nach längerer Lagerzeit wandeln sich die enthaltenen Gingerole in die schärferen Shogaole um, sodass die Knolle an Schärfe zulegt, jedoch Geschmack verliert. Ingwerliebhaber dürfen gerne täglich zum Wurzelstock greifen. Die Schärfe ist nicht schädlich, kann jedoch empfindlichen Personen auf den Magen schlagen. Als Faustregel für den verträglichen Verzehr gilt 2 bis 4 g Ingwer am Tag.