| Barbara Döring |
| 03.06.2026 16:00 Uhr |
Manche lieben den Geschmack, anderen ist schon der Geruch ein Gräuel. Über die gesunden Inhaltsstoffe von Knoblauch (Allium sativum) lässt sich zumindest nicht streiten: Die charakteristischen sekundären Pflanzenstoffe sind schwefelhaltige Verbindungen (Sulfide) wie die Aminosäure Alliin, aus der beim Zerkleinern der Zehen durch Verletzung der Zellen Allicin entsteht. Allicin und seine Abbauprodukte wirken antibakteriell und es soll den LDL-Cholesterinspiegel senken. Untersuchungen weisen zudem auf eine blutdrucksenkende Wirkung hin.
Präparate aus der Knoblauchzwiebel können laut HMPC auf Basis der traditionellen Anwendung in pulverisierter Form und als Flüssigextrakt die Prävention von Atherosklerose unterstützen. Dabei ist wichtig zu beachten, dass bei der Einnahme Wechselwirkungen mit Medikamenten wie blutdrucksenkenden Mitteln oder Gerinnungshemmern möglich sind. Vor einer Operation sollten Knoblauchpräparate mit wasserlöslichen Inhaltsstoffen sicherheitshalber abgesetzt werden. Um unangenehmes Aufstoßen zu vermeiden, empfiehlt es sich zudem, Knoblauch und seine Zubereitungen nicht auf nüchternen Magen einzunehmen.
Forschende der Universitätsklinik Freiburg haben die Wirkung von Knoblauch auf Blutdruck und Herz-Kreislauf-System erforscht und empfehlen täglich bis zu 5 g frischen Knoblauch, wenn man die gesunde Wirkung über die Ernährung nutzen möchte. Wer Gerinnungshemmer einnimmt, sollte nicht mehr als 4 g Knoblauch täglich essen.
Der inzwischen häufig auf dem Markt angebotene schwarze Knoblauch entsteht durch Fermentierung von frisch geerntetem Knoblauch. Dabei altert er unter kontrollierten Bedingungen bei Temperaturen um die 60 °C. Die schwarze Färbung entsteht durch Reaktionen der enthaltenen Zucker mit Aminosäuren. Im Gegensatz zu weißem Knoblauch scheint die schwarze Variante die Schleimhäute nicht zu reizen. Auch soll er nicht mit Gerinnungshemmern interagieren.
Das Laub der Rosskastanien (Aesculus hippocastanum) spendet in vielen Gastwirtschaften wohltuenden Schatten. Und wer Probleme mit den Venen hat, die sich besonders bei hohen Temperaturen zeigen, dem verschaffen die Inhaltsstoffe der Rosskastaniensamen Linderung.
Das in Samen (Hippocastani semen) und Rinde (Hippocastani cortex) der Rosskastanie enthaltene Aescin, ein Gemisch aus Saponinen (Triterpenglykoside), verringert die Durchlässigkeit der Blutgefäße und hat eine antientzündliche und schwach krampflösende Wirkung. Bei leichten venösen Durchblutungsstörungen, die sich etwa in einem Schweregefühl der Beine äußern, kommen als traditionelle Anwendung Arzneimittel zum Einsatz, die einen definierten Extrakt aus Samen der Rosskastanie enthalten. Sie werden als Creme oder Gel äußerlich aufgetragen oder in Form von Kapseln, Tabletten, Saft oder Lösung eingenommen. Gegen leichte Beschwerden helfen zudem Rosskastanien-Präparate mit pulverisierter Rinde oder definiertem Trockenextrakt aus der Rinde.
Zur Behandlung chronischer Veneninsuffizienz, die mit sich schwer anfühlenden, geschwollenen Beinen, Krampfadern, Schmerzen, Jucken, Spannung oder Krämpfen in den Waden einhergeht, eignen sich Rosskastanien-Präparate zum Einnehmen mit standardisiertem Trockenextrakt.