Im Gegensatz zu dieser gezielten VFR-Empfehlung zur Typhus-Impfung bleiben STIKO und DTG bei der Impfung gegen Cholera unverändert bei ihrer bisherigen Empfehlung. Diese wird weiterhin als indikationsbezogene Maßnahme für spezielle Risikosituationen eingestuft. Die Beratung sollte individuell anhand von Reiseziel, Exposition und Risikoprofil bewertet werden.
Nicht unerwähnt bleiben darf die Tatsache, dass in anderen Ländern wie Kanada, Neuseeland, Singapur, aber auch der Schweiz der orale Totimpfstoff gegen Cholera (Dukoral®) auch gegen enterotoxische Escherichia coli (ETEC) empfohlen wird. Denn dieser Impfstoff besitzt einen dualen Wirkmechanismus: Zum einen enthält er Antikörper gegen Cholera-Bakterien, zum anderen solche gegen Cholera-Toxin und damit aufgrund einer Kreuzreaktivität gegen hitzelabiles ETEC-Toxin. Die STIKO dagegen stuft in ihren aktuellen Empfehlungen diese Indikation als nicht ausreichend begründet ein.
Die Empfehlungen zu Reiseimpfungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) und der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin, Reisemedizin und Globale Gesundheit präsentieren sich in einem überarbeiteten Format. Die Kapitel »Allgemeine Aspekte bei der reisemedizinischen Impfberatung«, »Vorgehen bei der individuellen Risiko-Nutzen-Bewertung«, »Last-Minute-Impfung und Schnellimpfschemata« sowie wichtige Fragen sind praxisrelevant aufgearbeitet. Das Kapitel »Hinweise zu Reiseimpfungen bei besonderen Risikogruppen« schafft Sicherheit für schwierige Beratungskonstellationen.
Vor allem die 133 Seiten umfassenden Ländertabellen sind besser lesbar, genauso wie die vielen Karten mit Endemierisiko- und Verbreitungsgebieten zu ausgewählten Erregern und Erkrankungen. Das vereinfacht und beschleunigt eine individuelle Reiseimpfberatung. Die länderspezifischen Tabellen kommen einem etwa bei der Recherche nach der Notwendigkeit einer eventuellen Malaria-Prophylaxe zugute.