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Couperose, Rosazea und Co.
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Rote Wangen – was kann dahinter stecken?

Wenn die Wangen dauerhaft gerötet sind, gilt es, genauer nachzuforschen. Sichtbare Äderchen an Wangen und Nase, sogenannte Teleangiektasien, sind zwar oft nur ein kosmetisches Problem, können aber auch Hinweise auf Rosazea, Sonnenschäden oder eine Lebererkrankung sein.
AutorKontaktVerena Schmidt
Datum 20.07.2026  08:00 Uhr

Zu viel Sonne

Hinter dauerhaften Rötungen und Teleangiektasien im Gesicht kann auch eine chronische Schädigung durch UV-Strahlung stecken. Jahrelange übermäßige Sonnenexposition kann zu strukturellen Veränderungen von Haut und Blutgefäßen führen, etwa Schäden an Kollagen- und Elastinfasern in der Dermis und ausgedünntem Bindegewebe. Chronische Entzündungsprozesse und oxidativer Stress bewirken eine verstärkte Freisetzung gefäßerweiternder Mediatoren. Die oberflächlichen Kapillaren verlieren irgendwann die Fähigkeit, sich wieder zusammenzuziehen: Sie bleiben dauerhaft erweitert und werden dann als rote Äderchen sichtbar.

Um dem vorzubeugen, ist natürlich ein täglicher konsequenter Sonnenschutz mit hohem Lichtschutzfaktor ratsam. Eine Hautpflege mit antioxidativen Inhaltsstoffen wie etwa Vitamin C und E, Grünem Tee und Resveratrol ist ebenfalls empfehlenswert. Intensive Mittagssonne sollte man meiden und das Gesicht im Sommer zusätzlich mit Hut und Sonnenbrille schützen. Bereits entstandene Teleangiektasien bilden sich in der Regel nicht mehr spontan zurück. Der Hautarzt kann sie jedoch mithilfe von Laser- oder IPL-Technologie behandeln.

Hinweis auf Lebererkrankung

Teleangiektasien gehören zu den klassischen Hautsymptomen bei chronischen Lebererkrankungen. Häufig bilden sich sogenannte Spider naevi (Spinnennävi) im Gesicht, am Hals oder auf dem Dekolleté – kleine rote Punkte, von denen strahlenförmig winzige Äderchen abgehen.

An sich sind die Spider naevi unbedenklich und erfordern keine Therapie. Oft treten sie ohne erkennbare Ursache auf, insbesondere bei Kindern. Sie können auch hormonell bedingt sein: Ein erhöhter Estrogenspiegel führt zu Vasodilatation und Veränderungen der Gefäßwände. Daher kommen sie auch gehäuft in der Schwangerschaft oder bei Einnahme oraler Kontrazeptiva vor.

Doch Achtung: Treten die Spinnennävi gehäuft auf (mehr als fünf), kann das ein Hinweis auf eine chronische Lebererkrankung sein, etwa auf eine Leberzirrhose oder eine Virushepatitis. Ein erhöhter Estrogenspiegel scheint dabei ebenfalls eine Rolle zu spielen – die geschädigte Leber baut die Hormone schlechter ab. Gleiches gilt für gefäßerweiternde Moleküle wie etwa Stickstoffmonoxid (NO) und VEGF (vascular endothelial growth factor).

In jedem Fall gilt: Bei zahlreichen Spider naevi, neu auftretenden oder zunehmenden Gefäßveränderungen sowie weiteren Anzeichen, die auf eine Lebererkrankung hindeuten könnten – zum Beispiel Gelbsucht, Juckreiz, milchig-weiß verfärbte Nägel oder gerötete Handflächen (Palmarerythem) – sollten Betroffene das unbedingt ärztlich abklären lassen.

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