Nach ihrer Einführung in Europa wurde die Kapuzinerkresse mit der Zeit auch volksmedizinisch bei Erkältungsbeschwerden, Husten, Harnwegsproblemen und kleineren Hautverletzungen eingesetzt. Heute stehen vor allem ihre Senfölglykoside im Fokus. Beim Verzehr frischer Blätter und Blüten werden diese bioaktiven Pflanzenstoffe aufgenommen. Die Menge schwankt allerdings deutlich, sodass die Verwendung in der Ernährung zwar die Gesundheit unterstützen kann – eine therapeutische Dosierung ist damit aber nicht zu erreichen.
In der Phytotherapie wird das Kapuzinerkressenkraut häufig mit Meerrettichwurzel kombiniert. Ein bekanntes Beispiel ist das Präparat Angocin® Anti-Infekt N, das zur Besserung der Beschwerden bei akuten Entzündungen der Bronchien, Nebenhöhlen und ableitenden Harnwege eingesetzt wird. Wirksamkeit und Verträglichkeit sind durch klinische Untersuchungen belegt.
Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Sodbrennen, Oberbauchdruck oder Durchfall treten häufig als Nebenwirkungen einer entsprechenden Therapie auf. Bei akuten Magen- und Darmgeschwüren sowie akuten Nierenentzündungen sollte Angocin daher auch nicht angewendet werden. Auch bei der Verwendung von Kapuzinerkresse in der Küche sollte man bei ausgeprägten Magenbeschwerden vorsichtig sein.
Wichtiger Hinweis für die Beratung: Kapuzinerkressenkraut enthält Vitamin K. Bei gleichzeitiger Einnahme gerinnungshemmender Vitamin-K-Antagonisten wie Phenprocoumon und Warfarin kann deren Wirkung herabgesetzt sein. Die Packungsbeilage weist darauf hin, dass Patienten den Quick- beziehungsweise INR-Wert engmaschiger kontrollieren und gegebenenfalls mit dem behandelnden Arzt sprechen sollten.
Kapuzinerkresse lässt sich im Garten oder Balkonkasten leicht aus Samen ziehen und bevorzugt einen sonnigen bis halbschattigen Standort mit durchlässigem Boden. Auf sehr nährstoffreichem Boden bildet sie häufig viele Blätter, aber wenig Blüten. Geerntet werden junge, gesunde Blätter, frisch geöffnete Blüten und grüne Samenstände – am besten an einem trockenen Vormittag.
Wichtig ist ein Standort ohne Pflanzenschutzmittel, Straßenstaub oder Verunreinigungen durch Tiere. Pflanzen aus Gartencentern sind nicht automatisch als Lebensmittel kultiviert. Geeignet sind selbst ausgesäte Pflanzen oder ausdrücklich als essbar angebotene Ware. Blätter und Blüten sollten kurz vor der Verwendung geerntet, kontrolliert, vorsichtig gewaschen und trocken getupft werden.
Häufig sitzen kleine schwarze Blattläuse, meist Schwarze Bohnenläuse, an jungen Trieben, Blütenstielen und Blattunterseiten. Ein Befall lässt sich durch regelmäßige Kontrollen, das Entfernen stark befallener Triebspitzen und vorsichtiges Abspritzen mit Wasser eindämmen. Natürliche Gegenspieler wie Marienkäfer, Florfliegen und Schwebfliegen helfen ebenfalls. Ein naturnahes Umfeld mit blütenreichen Pflanzen sowie geeigneten Nist- und Rückzugsplätzen fördert solche nützlichen Gartenbewohner. Welke, stark befallene oder verfärbte Pflanzenteile gehören nicht in die Küche.