Schlafmangel beeinträchtigt Konzentration und Leistungsfähigkeit im Job. / © Adobe Stock/Prostock-studio
Wer schlecht geschlafen hat, merkt das am nächsten Tag im Job: Man fühlt sich nicht nur müde, sondern ist auch unkonzentriert und bekommt wenig auf die Kette. Wer Karriere machen will, brauche die Fähigkeit, tief, fest, ausreichend und erholsam zu schlafen, sagt Hans-Günter Weeß, Leiter des Schlafzentrums am Pfalzklinikum Klingenmünster. »Und das ist in aller Regel bei vielen Menschen nicht mehr so.«
Schlafprobleme sind verbreitet: Frauen seien Studien zufolge dabei häufiger von Schlafproblemen betroffen als Männer. Gleiches gilt laut Weeß für ältere Arbeitnehmende zwischen dem 45. und 60. Lebensjahr, ebenso für Menschen mit hoher Stressbelastung am Arbeitsplatz, Schichtarbeitende und Menschen, die morgens früh mit der Arbeit beginnen müssen. Was das fürs Berufsleben bedeutet und was gegen die Folgen schlafloser Nächte hilft – Antworten auf zentrale Fragen.
Die Folgen schlechten Schlafs zeigen sich im Arbeitsleben deutlich. Sie reichen von Müdigkeit, Erschöpfung und Antriebslosigkeit über eingeschränkte Leistungsfähigkeit, Konzentrationsproblemen bis hin zu einem erhöhten Risiko für Unfälle. Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen betreffen dabei insbesondere Menschen, deren Berufe auch monotone Tätigkeiten aufweisen.
Hinzu kommt: Schlechter Schlaf und Stress hängen zusammen. So seien Probleme bei der Arbeit oder die Arbeitsbelastung ein großer Auslöser für Schlafprobleme. Das sehe man zum Beispiel in Umfragen von Krankenkassen, sagt Jette Völker, Arbeits- und Organisationspsychologin an der Universität Mannheim.
Der Zusammenhang besteht aber auch andersherum. »Wer schlechter schläft, ist auch sensibler für Dinge, die bei der Arbeit passieren«, sagt Völker. So kann ein Teufelskreis entstehen. Man schläft schlecht, nimmt Situationen bei der Arbeit als stressiger wahr, arbeitet vielleicht ineffizienter und erzeugt sich dadurch selbst eine höhere Arbeitsbelastung. »Diese Belastung wiederum führt dazu, dass man schlechter schläft. So entsteht ein Kreislauf, der mit schlechtem Schlaf beginnt und mit noch schlechterem Schlaf endet.«