Geht es eher um eine stressige Phase, in der man zeitweise mit Schlafproblemen kämpft, kann es Jette Völker zufolge helfen, anderen Personen – etwa Kolleginnen und Kollegen – davon zu erzählen. »Das nimmt den Druck und sorgt dafür, dass andere Personen das besser einschätzen können«, sagt sie. So vermeidet man auch unerwünschte Fehlinterpretationen, wenn man unkonzentriert wirkt oder morgens mit schlechterer Stimmung zur Arbeit kommt.
Entscheidend sind hier aber persönliche Präferenzen. Manche Menschen integrieren Arbeit und Privatleben gern, etwa indem sie im Job auch über private Dinge sprechen. Andere wollen beides strikt trennen. »Wenn eine Person generell die Präferenz hat, diese Lebensbereiche komplett zu trennen, dann finde ich es schwierig, zu empfehlen: Du solltest jetzt einer Führungskraft von deinem Schlaf erzählen.«
Wichtig: Einzelne schlechte Nächte, in denen man wach liegt, weil etwa das Gedankenkarussell nicht stillsteht, bedeuten nicht gleich, dass eine Schlafstörung vorliegt. Von einer Schlafstörung im medizinischen Sinne spricht man in der Regel, wenn Ein- oder Durchschlafprobleme mindestens dreimal pro Woche über einen Zeitraum von mehr als 4 Wochen auftreten und die Tagesbefindlichkeit spürbar beeinträchtigen.
Dann ist professionelle Unterstützung sinnvoll. »Der erste Ansprechpartner ist immer der Hausarzt«, so Weeß. Er rät generell, nicht allzu lange zu warten, bis man sich Hilfe sucht. So lasse sich verhindern, dass Schlafprobleme und ihre Folgen chronisch werden.
Für Beschäftigte kann es zudem sinnvoll sein, sich beim Arbeitgeber nach Präventionsangeboten zu erkundigen. »Die gibt es mittlerweile in vielen Unternehmen für Mitarbeitende mit Schlafproblemen«, sagt Weeß. Und auch Führungskräfte können unterstützen, indem sie Mitarbeitende ermutigen, sich Auszeiten von der Arbeit zu nehmen, sagt Völker. Aktiv unterstützendes Verhalten wirke sich nachweislich positiv auf Erholung und Schlaf der Beschäftigten aus. Auch hier gelte es aber individuelle Präferenzen der Mitarbeitenden zu berücksichtigen.
Nicht zuletzt ist auch das Unternehmensklima entscheidend: Wird Erholung dort nicht wertgeschätzt, kann auch eine einzelne Führungskraft wenig ändern.