Albträume können Angst, Stress und Schlafprobleme auslösen. / © Adobe Stock/sunnychicka
Es ist ein Wechselbad der Gefühle: Todesangst, das Herz rast, Schweißausbrüche. Man möchte nur noch weg aus dieser Situation – dann wacht man auf und Erleichterung macht sich breit. Das, was sich da scheinbar so real abspielte und auch körperlich echt anfühlte, war zum Glück »nur« ein Albtraum.
Früher dachte man, ein dämonisches Wesen – der »Alb« – habe sich auf die Brust der Schlafenden gesetzt und die schlimmen Träume verursacht, heute weiß man: Im Schlaf werden belastende Emotionen verarbeitet. Aber wann werden Albträume zum Problem? Und wie lassen sich die oftmals verstörenden Träume interpretieren? Experten ordnen ein.
»Albträume sind intensive, belastende Träume, die mit vielen negativen Gefühlen wie Angst, Bedrohung oder Hilflosigkeit einhergehen«, sagt Tiefenpsychologin Helga Odendahl vom Medizinischen Versorgungszentrum für Psychotherapie in Köln. Meistens erinnert man sich später noch sehr genau an diesen Traum, teils fühlt man sich auch tagsüber noch belastet.
Viele Menschen haben ähnliche Albträume. Zu typischen Szenarien zählt etwa, dass man vor jemandem wegläuft, aus großer Höhe nach unten fällt, der Boden sich vor einem auftut, dass man nackt vor einer Gruppe steht, dass man fliehen möchte aber die Füße nicht bewegen kann, dass man bei einem wichtigen Termin zu spät kommt oder bei einer Klassenarbeit versagt.
Auch das Motiv, dass jemand plötzlich alle Zähne verliert, ist verbreitet. Ins Reich des Aberglaubens gehört aber die Erklärung, dass ein solcher Traum Geldverlust oder eine schlechte Nachricht voraussagt. »Solche Deutungsverfahren und vermeintlichen Vorhersagen sind ein historisch gewachsener Umgang mit Träumen, der problematisch ist«, sagt der Schlafforscher Professor Michael Schredl vom Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim. Träume sind keine Zukunftsvorhersagen, eher sind sie eine Verarbeitung der Gegenwart oder Vergangenheit.