Bei großer Hitze und direkter Sonneneinstrahlung kann ein Sonnenstich drohen bis hin zum Hitzschlag. / © Getty Images/Yana Iskayeva
Experten des Deutschen Wetterdienstes sprechen von einer Hitzewelle, wenn die Temperaturen an mindestens drei aufeinanderfolgenden Tagen 28 ° C überschreiten. Vor allem kleine Kinder, ältere Menschen und Patienten mit internistischen Vorerkrankungen sind bei hohen Temperaturen gefährdet, einen Sonnenstich oder einen Hitzschlag zu erleiden.
Bei Säuglingen und kleinen Kindern kommt hinzu, dass die Schädeldecke dünner ist und zum Teil das schützende Haar noch fehlt. Eltern sollten dafür sensibilisiert werden. Bei älteren Menschen ist der Körper wiederum nicht mehr so gut in der Lage, die Körpertemperatur zu regulieren. Sie schwitzen weniger und die Haut ist weniger gut durchblutet. Doch auch Gesunde sind nicht vor Hitzeschäden gefeit. Im Notfall heißt es, schnell aus der Sonne rausgehen und bei anderen Erste Hilfe leisten.
Vom Sonnenstich (Heliosis von griechisch helios = Sonne) ist die Rede, wenn sich die Schädeldecke bei intensiver Sonneneinstrahlung so stark erwärmt, dass es zur Reizung der Hirnhäute kommt. Dabei kann eine Schwellung entstehen, die sich auf das Gehirn auswirkt. Anzeichen für einen Sonnenstich sind
Mitunter treten leichtes Fieber, Schwindel, Unruhe und Bewusstseinsstörungen auf. Auch Krampfanfälle sind möglich.
Betroffene sollten sofort raus aus der Sonne und einen kühlen, schattigen Ort aufsuchen, die Kleidung lockern und sich mit hochgelagertem Kopf hinlegen. Außerdem wichtig: Wasser oder Saftschorle zum Trinken anbieten, jedoch nur, wenn der Betroffene bei Bewusstsein ist. Alkohol ist tabu.
Feuchte Tücher, auf Kopf und Nacken gelegt, sorgen für die nötige Kühlung. Eis sollte nicht direkt auf die Haut gelegt werden. Da die Körpertemperatur bei einem Sonnenstich, anders als beim Hitzschlag, normal ist, sollte nicht der gesamte Körper heruntergekühlt werden. Bei Bewusstseinsstörungen oder Bewusstlosigkeit ist der Notruf 112 zu wählen.
Lebensbedrohlich wird es, wenn die Körpertemperatur über 39,5 °C steigt und es zum Hitzschlag (Hyperthermiesyndrom) kommt. Das Risiko besteht vor allem, wenn die Luft nicht nur warm, sondern auch feucht ist, etwa wie es bei Gewitterlagen oft der Fall ist. Der Körper kann die überschüssige Wärme dann nicht durch kühlenden Schweiß ableiten. Auch in geschlossenen Räumen mit schwüler, unbewegter Luft ist besondere Vorsicht geboten.
Bei einem Hitzschlag ist die Haut trocken, heiß und zunächst gerötet. Sinkt der Blutdruck, wird die betroffene Person zunehmend blass.
Typisch für einen Hitzschlag sind außerdem
Der Betroffene erscheint verwirrt oder benommen und kann das Bewusstsein verlieren.
Als erste Maßnahme ist die Person schnell aus der Sonne zu bringen und der Notruf 112 zu wählen. Bei einem Hitzschlag handelt es sich immer um einen Notfall. Bis Hilfe kommt, gilt es, für Kühlung zu sorgen.
Anders als beim Sonnenstich sind beim Hitzschlag nicht nur Kopf und Nacken mit feuchten Tüchern zu bedecken, sondern der gesamte Körper. Auch das Zufächeln von Luft verschafft Kühlung. Ist die Person bei Bewusstsein, sollte der Oberkörper etwas höher gelagert sein und Wasser oder Saftschorle angeboten werden. Bei Bewusstlosigkeit ist der Körper in die stabile Seitenlage zu bringen.
Durch Schwitzen an heißen Tagen verliert der Körper viel Flüssigkeit. Wird nicht ausreichend Wasser getrunken, droht ein Flüssigkeitsmangel, auch Dehydration genannt. Sie kann sich laut Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) zeigen durch:
Auch der Hautfalten-Test kann helfen: Dafür zieht man die Haut am Handrücken hoch und lässt sie los. Glättet sie sich nur sehr langsam, spricht das für einen Flüssigkeitsmangel.
Quelle: dpa
Um die Bevölkerung rechtzeitig auf gesundheitsgefährdende Wetterlagen aufmerksam zu machen, gibt der Deutsche Wetterdienst (DWD) Hitzewarnungen heraus, wenn eine starke Wärmebelastung erwartet wird und Wohnräume nachts nicht mehr ausreichend abkühlen können.
Dabei gelten zwei Warnstufen:
Informationen zur Wetterlage bietet der DWD auf seiner Website oder über die WarnWetter-App.
Übrigens: Wenn nach einer Hitzewelle die Temperaturen schnell sinken, gilt noch keine Entwarnung für die Gesundheit. Einige Tage nach einer schnellen Wetteränderung kann das Schlaganfallrisiko erhöht sein, so das Ergebnis einer Studie der Universität Jena. Denn sinken die Temperaturen schnell, verengen sich die Gefäße, damit der Körper nicht auskühlt. Ein mögliches Blutgerinnsel wäre dann leichter in der Lage, ein Gefäß im Gehirn zu verschließen. Das betrifft vor allem Patienten mit einem ausgeprägten Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen. Diese sollten demnach bei Temperaturstürzen aufmerksam sein und auf die typischen Zeichen eines Apoplex achten.

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Mit ein paar Verhaltensregeln gelingt es, auch bei hohen Temperaturen einen kühlen Kopf zu bewahren, ob zu Hause oder im Urlaub im sonnigen Süden:
Artikel im Original erschienen im Juni 2024