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Mehr Zeit für Menschliches
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So unterstützt KI im Apothekenalltag

Künstliche Intelligenz (KI) kann bestimmte Dinge besonders gut, andere wiederum nicht. Bei einem Webinar der Apothekerkammer Nordrhein erklärte Apotheker Morten Lehmann, bei welchen Aufgaben man in der Apotheke auf KI-Hilfe setzen kann und wo man besser vorsichtig sein sollte.
AutorKontaktVerena Schmidt
Datum 27.07.2026  08:00 Uhr

Weniger Bürokratie, mehr Menschliches

»Der Hauptgrund, warum Sie KI nutzen sollten, ist Bürokratie – hier kann die KI gut unterstützen«, so Lehmann. So kann man etwa ein Anschreiben für Retax-Einsprüche oder Mahnungen gut mit Platzhaltern vorformulieren und so bei Bedarf schneller reagieren. Ein weiteres Beispiel ist die Formulierung von Prozessbeschreibungen für das QM-Handbuch: »Das können Sie so prompten, dass die KI Sie selbstständig wie in einem Interview fragt und dann daraus den QM-Prozess schreibt«, gab Lehmann als Tipp.

Ein Prompt für ein Infoblatt zu Reiseimpfungen könnte etwa folgendermaßen aussehen: »Bitte erstelle eine Vorlage für aktuell empfohlene Reiseimpfungen, übersichtlich nach typischen Reisegebieten gestaffelt. Mit einem Platzhalter für mein eigenes Design.« Zusätzlich könne man die KI hier noch explizit auf die aktuellen STIKO-Empfehlungen hinweisen. Ähnlich könne man auch beispielsweise eine Vorlage für die Reiseapotheke erstellen sowie Material für Kampagnen, etwa für Mutter-Kind-Tage, und sich auch bei der Planung unterstützen lassen. Ebenso kann man Marketingmaterial wie Werbeflyer oder Angebote mit KI-Hilfe erstellen. »Gerade bei Sachen, die regelmäßig angepasst werden müssen, können Sie mit Vorlagen viel Zeit sparen.«

Ebenfalls hilfreich: ein Schulungskonzept zu Produktwissen, zum Beispiel für neue Produktlinien, mit KI-Hilfe erstellen. Etwa so: »Bitte erstelle ein Schulungskonzept und dazugehörige Karteikarten, um meine Kollegen für die neue Kosmetiklinie XY zu schulen. Nutze dafür die Produktinformationen von folgender Website: …«

Lehmanns Tipp: »Sprechen Sie beim nächsten Teammeeting über das Thema KI und suchen Sie sich gemeinsam ein erstes gemeinsames Thema aus, bei dem Sie KI verwenden möchten. Gehen Sie Schritt für Schritt vor!«

Bezüglich der Nutzung von KI-Tools sollte man sich Lehmann zufolge diese Fragen stellen:

  • Wo könnten wir in der Apotheke KI einsetzen?
  • Wie viel Zeit würden wir sparen?
  • Was könnten wir mit der gewonnenen Zeit machen?

Sein Fazit: »Verstehen Sie KI nicht als Ersatz, sondern als Teamassistenz, der Sie die Aufgaben geben können, für die Sie keine Zeit haben. Die KI schafft am Ende Freiräume für die menschliche Interaktion: die pharmazeutische Beratung, pharmazeutische Dienstleistungen oder Besprechungen mit Kolleginnen und Kollegen.«

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