| Barbara Döring |
| 05.06.2026 08:00 Uhr |
Ob vorbelastet oder nicht; für alle Frauen gilt, dass sie während der Schwangerschaft und nach der Geburt auf typische Symptome einer PPCM achten sollten:
Da die Beschwerden jenen ähneln, die auch in einer normal verlaufenden Schwangerschaft auftreten, werden sie oft nicht ernst genommen. Zudem können sie nach der Geburt von einem ohnehin zunächst eingeschränkten Wohlbefinden überdeckt werden. Wenn eines der Symptome und vor allem mehrere auftreten, sollten sich Frauen nicht scheuen, ihren Arzt oder ihre Ärztin darauf anzusprechen.
Leidet eine Frau bereits vor der Schwangerschaft unter einer Herzkrankheit oder wird diese erstmals während der Schwangerschaft diagnostiziert, kann sie sich weiter verstärken und zu Komplikationen führen. Für betroffene Frauen ist es deshalb wichtig, die Schwangerschaft möglichst frühzeitig zu planen und sich zuvor ärztlich beraten zu lassen. Durch eine kardiologische Untersuchung lässt sich abschätzen, wie stark das Herz zusätzlich belastet würde und ob eine Schwangerschaft vertretbar ist. Die Bewertung des Risikos erfolgt nach dem von der der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie im Jahr 2025 entwickelten Modell mWHO, das vier Risiko-Kategorien vorsieht. In den meisten Fällen ist es heute möglich, den Kinderwunsch trotz Herzerkrankung zu realisieren. Eine intensive ärztliche Betreuung während der Schwangerschaft ist dafür die Voraussetzung.
Manche Schwangere empfinden den Anstieg der Herzfrequenz vor allem im Ruhezustand als unangenehm, die Erhöhung ist jedoch nicht ungewöhnlich. Kritisch kann es jedoch werden, wenn das Baby bereits viel Platz im Bauch einnimmt und die Schwangere auf dem Rücken liegt. Dann kann das Ungeborene auf die große Hohlvene (Vena cava) drücken und diese einengen. Der Blutrückfluss zum Herzen wird dann behindert und das Herz nicht ausreichend mit Blut befüllt. Um den Körper dennoch ausreichend mit Blut zu versorgen, beginnt das Herz schneller zu schlagen, was als Herzrasen wahrgenommen werden kann. In solchen Momenten ist es für Schwangere wichtig, sich auf die linke Seite zu legen, um den Druck von der Vena cava zu nehmen.