| Isabel Weinert |
| 07.09.2026 16:00 Uhr |
»Perlen« sind diejenigen Menschen, denen eigentlich nicht wirklich jemand besonders viel zutraut, bis man anfängt, diese Person zu stärken, sie mehr einzubinden, ihr immer mehr zuzutrauen. Dann zeigt sich mitunter, dass in der jungen Mutter nach der Elternzeit perspektivisch eine Frau steckt, die voll des Wissens, der Kompetenz und der Initiative ist. Diese Chance sollten gerade auch die jüngeren Menschen bekommen, besonders auch jene, die nach einer Auszeit wie der Elternzeit zurückkehren, denn sie sind die Zukunft der Apotheke – und jedes anderen Unternehmens.
Was aber, wenn jemand explizit (mehr) Verantwortung immer wieder ablehnt? Aussagen wie »Das ist nicht mein Job«, »Dafür werde ich nicht bezahlt« oder »Tut mir leid, das schaffe ich zeitlich nicht«, kennen Arbeitende wahrscheinlich aus dem Kolleginnenkreis oder von sich selbst. Dann liegt es an Vorgesetzten, ein Gespräch zu führen. Dabei sollten sie Vorwürfe außen vor lassen. Stattdessen können sie fragen, was derjenige bräuchte oder was passieren müsste, damit er sich eine bestimmte Aufgabe zutraut. Auch die Frage nach seinen Befürchtungen kann helfen. Fruchtet alles nicht, könnte der Appell nutzen, dass die Ablehnung des einen immer Mehrarbeit für alle anderen bedeutet. Freunde macht man sich mit der Verweigerung jedenfalls nicht.